In der Algarve gibt es schätzungsweise rund 30.000 Pools – in Hotels, Ferienanlagen, Wohnanlagen und Privathäusern. Viele davon mit Trinkwasser gefüllt. Doch Trinkwasser ist besonders knapp und steht unter zunehmendem Druck – vor dem Hintergrund von Klimawandel, steigender Nachfrage im Tourismus und wachsender Bevölkerung. Sollte es erneut zu einer Wasserknappheit und zu Einschränkungen für den Verbrauch kommen, könnte dies das Schließen von Pools erzwingen – mit negativen Folgen für den Tourismus, der eine große Rolle in der Wirtschaft der Region spielt.
Vor diesem Hintergrund startet in der Region ein innovatives Forschungsprojekt: Unter dem Namen POOLWISE wollen das Unternehmen Cristal Pools und die Universität der Algarve gemeinsam prüfen, ob Meerwasser künftig eine praktikable Alternative für die Befüllung von Schwimmbädern darstellen kann. Das Ziel: den Verbrauch von kostbarem Süßwasser deutlich reduzieren, ohne Komfort, Sicherheit oder ökologische Standards zu gefährden.
Das Vorhaben steht jedoch nicht nur technisch, sondern auch gesetzlich vor Herausforderungen: Die bisher geltenden Vorschriften für Schwimmbäder basieren auf der Annahme von Frischwasser. Meerwasser fällt nicht klar unter die bestehende Gesetzgebung – was bedeutet, dass das Gesetz geändert werden müsste.
Technisch ist der Aufwand ebenfalls erheblich. Meerwasser enthält etwa zehnmal mehr Salz, als in Pools empfohlen wird, und muss deshalb gefiltert und aufbereitet werden. Zudem erschwert die starke Verdunstung im Algarve-Klima die Kontrolle der Salinität und belastet Materialien und Pooltechnik.
Um diese Fragen zu klären, wurde auf dem Campus der Universität in Faro eine Pilotanlage eingerichtet. Dort testen Forschende verschiedene Wasserbehandlungen, Salzkonzentrationen und Materialbeständigkeiten unter realen Bedingungen. Die Erkenntnisse sollen am Ende in ein marktfähiges System münden, das sowohl für Neubauten als auch für bestehende Pools geeignet ist. Finanziert wird POOLWISE über das Programm Algarve 2030, kofinanziert aus EU-Mitteln. Gelingt das Projekt, könnte es den Weg in eine Zukunft ebnen, in der Pools in der Algarve weit weniger abhängig von knappen Trinkwasserressourcen sind.

