Portugal geht in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, wird am 8. Februar eine Stichwahl stattfinden.
Bei der ersten Runde kam der Sozialist António José Seguro (Partido Socialista, PS) mit 31,11 % der Stimmen auf Platz eins, gefolgt vom Rechtspopulisten André Ventura (Chega) mit 23,52 %. Betrachtet man nur die Stimmen innerhalb Portugals, erhielt Seguro 31,21 % und Ventura 23,29 %. Seguro gewann 17 der 18 Distrikte des Festlandes. Einzige Ausnahme war Faro, wo Ventura mit 33,02 % vor Seguro (26,93 %) lag. In Santarém fiel das Ergebnis fast gleich aus (Seguro 28,58 %, Ventura 28,04 %). Auf den Azoren erhielt Seguro mit 30,79 % die meisten Stimmen (gegen 26,74 % für Ventura), auf Madeira lag Ventura mit 33,40 % vorn (gegen 22,81 % für Seguro).
Bei den im Ausland lebenden Portugiesen führte Ventura mit 41,86 %, Seguro erhielt 23,84 %. Aufgeschlüsselt nach Ländern wählten die Portugiesen in Deutschland Seguro (31,75 %) vor Ventura (27,99 %), in Österreich Seguro (43,75 %) vor Ventura (24,22 %). In der Schweiz lag Ventura (63,46 %) deutlich vor Seguro (13,48 %).
Für Ventura werden in der Stichwahl allerdings nur geringe Chancen eingeräumt: Mehr als 60 % der Befragten gaben in Umfragen an, in einer Stichwahl auf keinen Fall für den Rechtspopulisten stimmen zu wollen.
Das Staatsoberhaupt Portugals verfügt über relativ weitreichende Befugnisse: Es kann Gesetze mit einem Veto blockieren sowie das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Der neue Präsident soll am 9. März sein Amt antreten.
Alle Ergebnisse hier

