Seit dem 1. Januar 2024 sind Portugals Festlandsgemeinden gesetzlich verpflichtet, Bioabfälle – also Lebensmittelreste sowie Garten- und Grünabfälle – getrennt zu sammeln. Doch laut einer Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation DECO haben bislang nur 107 von 278 Gemeinden ein entsprechendes Sammelsystem eingeführt.
Dabei machen Bioabfälle rund 38 % des landesweiten Müllaufkommens aus. Dennoch landen 86 % dieser Abfälle – etwa 1,84 Mio. t – weiterhin im Restmüll und damit auf Deponien.
Als Gründe für die schleppende Umsetzung nennen die Kommunen fehlende finanzielle und personelle Ressourcen, die weite Streuung der Bevölkerung, hohe Transportkosten, einen Mangel an geeigneten Verwertungsbetrieben sowie langwierige Ausschreibungsverfahren.
DECO warnt, dass damit wertvolles Potenzial verloren gehe: Richtig getrennt könnten Bioabfälle zu hochwertigem Kompost oder zur Erzeugung von Biogas genutzt werden – statt knappen Deponieraum zu beanspruchen. DECO fordert die Gemeinden auf, die Einführung der Sammlung zu beschleunigen und ausreichend Sammelbehälter bereitzustellen.
In den über 100 Gemeinden, die bereits ein System eingeführt haben, kommen unterschiedliche Modelle zum Einsatz: braune Tonnen in Wohngebieten, Haustürsammlung oder Spezialsäcke, die in gekennzeichneten Containern entsorgt werden.
Die Verzögerung gefährdet laut DECO auch die Einführung des PAYT-Systems („Pay as you throw“) – „Bezahle, was du wegwirfst“, das die Abfallgebühren an der tatsächlichen Restmüllmenge statt am Wasserverbrauch orientieren soll. Der Start war ursprünglich für 2026 vorgesehen, wurde nun aber auf 2030 verschoben.

