In den vergangenen Monaten häufen sich Berichte über Schlangenfunde in portugiesischen Städten – von Schwimmbädern über Einkaufszentren bis hin zu einem Snackautomaten am Bahnhof. Doch laut dem Naturschutzinstitut ICNF ist das kein Grund zur Beunruhigung: Reptilien gehörten schon immer zum städtischen Ökosystem. Durch die zunehmende Begrünung urbaner Räume werde der natürliche Austausch zwischen Stadt und Umland begünstigt – nicht nur für Schlangen, sondern auch für andere Tierarten. Wetterbedingungen spielen dabei eine Rolle: Milde Temperaturen fördern etwa die Fortpflanzung, was zu einer vorübergehenden Häufung führen kann.
Zu den am weitesten verbreiteten Arten gehören die Leiter-, Hufeisen- und Vierstreifennattern. Nur die Vierstreifennatter ist leicht giftig – für den Menschen jedoch ungefährlich, da der Giftmechanismus beim Beutefang greift, nicht bei Abwehrbissen.
Das ICNF rät: Schlangen nicht anfassen, nicht bedrängen – einfach in Ruhe lassen. Sie suchen von sich aus keine Nähe zum Menschen und fliehen in der Regel. Statt Abwehrmaßnahmen zu ergreifen, sollte die Bevölkerung lernen, mit der Natur im urbanen Raum zu koexistieren – denn auch Schlangen erfüllen wichtige ökologische Funktionen.

