Die Umweltorganisation Zero kritisiert die portugiesische Regierung scharf: In den jüngsten Vorschlägen zur Umsetzung der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien senke sie das nationale Ziel für den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendverbrauch bis 2030 auf 49 % – und damit unter die bisher im nationalen Energie- und Klimaplan (PNEC 2030) festgeschriebenen 51 %. In einer Mitteilung bezeichnet Zero diesen Schritt als „Rückschritt“ und Verstoß gegen das Prinzip der Nicht-Regression im Klimaschutz, das in Portugals Klimarahmengesetz verankert sei. Die Absenkung gefährde das Ziel der Klimaneutralität und könne langfristig auch die Lebenshaltungskosten erhöhen.
Zwar erkenne man Fortschritte bei der Modernisierung des Energiesystems an, doch bleibe die Vorlage „weit hinter der notwendigen Ambition zurück“, um die Klimaziele zu erreichen und eine gerechte Energiewende sicherzustellen. Nach Einschätzung der Organisation schwächt der Vorschlag die Nachhaltigkeit der Biomasse, lässt zentrale Sektoren wie Luft- und Seeverkehr außen vor und vernachlässigt Bürgerbeteiligung sowie lokale Energiegemeinschaften. Zero fordert die Regierung daher auf, den Gesetzesentwurf grundlegend zu überarbeiten, ihn wieder mit dem PNEC 2030 und der Klimagesetzgebung in Einklang zu bringen und über die Mindestanforderungen der EU hinauszugehen. „Entscheidend ist, die ursprüngliche Ambition wiederherzustellen, alle emissionsstarken Sektoren einzubeziehen und die Bürger ins Zentrum der Energiewende zu rücken“, so die Organisation.

