Die Bewegung „Pela Campanha de Esterilização de Animais Abandonados“ („Für eine Kampagne zur Sterilisation ausgesetzter Tiere“) ruft die politischen Parteien auf, den Artikel 108 des Staatshaushaltsentwurfs 2026 zu überarbeiten. Der aktuelle Text, so die Kritik, sei lediglich eine Kopie des Artikels 147 aus dem Budget 2025 und gehe am Kernproblem des Tierverlassens vorbei.
Rund die Hälfte der portugiesischen Rathäuser führe gar keine oder nur sehr wenige Sterilisationen durch – zu wenig, um das Aussetzen von Hunden und Katzen wirksam einzudämmen. Nach Berechnungen der Bewegung lebten Ende 2024 etwa 72.000 Tiere in kommunalen Tierheimen, viele davon unter schwierigen Bedingungen. Die jährlichen Kosten für die Städte werden auf rund € 110 Mio. geschätzt – ein Vielfaches der € 4 Mio., die der Staatshaushalt 2025 für Sterilisationsprogramme vorsah und 2026 unverändert beibehalten will.
Seit fast zehn Jahren bestehe diese unzureichende Politik fort, heißt es weiter. „Das ist ein kolossaler Fehler, der dringend korrigiert werden muss – um Tierleid zu vermeiden und die wachsenden kommunalen Ausgaben zu senken“, so die Bewegung in einer Mitteilung an Regierung und Parteien. Die Aktivisten fordern eine landesweite kostenlose Sterilisationskampagne in allen Teilen Portugals sowie eine deutlich höhere finanzielle Ausstattung, um auch private Tierärzte in eine nationale Notfallaktion einzubinden. Ziel sei eine „innovative und wirksame“ Strategie, die die Überpopulation von Hunden und Katzen endlich eindämme – „damit sich ein Jahr wie 2025 nicht wiederholt“.

