Das Projekt LIFE Ilhas Barreira hat nach sechsjähriger Laufzeit die ökologische Widerstandsfähigkeit der Ria Formosa deutlich gestärkt. Wie die Portugiesische Gesellschaft für Vogelkunde (SPEA) mitteilte, konnten Dünenhabitate restauriert, Vogelpopulationen erholt und Schutzmaßnahmen nachhaltig verankert werden.
Ein herausragender Erfolg ist die Erholung der Korallenmöwen-Population (Larus audouinii). Deren Nistplätze stiegen von 2.500 im Jahr 2019 auf über 7.000 im Jahr 2024. Die Kolonie expandierte auf natürliche Weise von der Insel Deserta zur Insel Culatra, was die mit der Konzentration an einem einzigen Standort verbundenen Risiken verringert.
Zu den zentralen Maßnahmen gehörten: Die vollständige Entfernung verwilderter Katzen von der Ilha Deserta; die Eindämmung invasiver Pflanzenarten auf 1,6 ha; innovative Dünenrenaturierung; Modernisierung der Wildtierauffangstation RIAS.
In der RIAS wurden 7.562 Seevögel behandelt, von denen 3.208 wieder ausgewildert werden konnten. Ein wichtiger Durchbruch war die Identifizierung von Botulismus als Ursache für das paralytische Syndrom bei Vögeln, was zur Entwicklung eines internationalen Therapieprotokolls führte.
Projektkoordinatorin Joana Andrade betonte: „LIFE Ilhas Barreira hat gezeigt, dass Naturschutz möglich, effektiv und übertragbar ist.“ Für die Zukunft fordert SPEA die Ausweitung des marinen Schutzzonen-Netzwerks auf mehr als das Fünffache der aktuellen Fläche sowie die konsequente Umsetzung des Fünfjahres-Plans zur nachhaltigen Sicherung der Projekterfolge.
Das von der EU kofinanzierte Projekt vereinte wissenschaftliche Einrichtungen, Naturschutzbehörden und Nichtregierungsorganisationen in einer bislang einzigartigen Kooperation zum Schutz dieses sensiblen Küstenökosystems.

