Der Staatshaushalt für 2026 steht. Verbraucher dürfen sich auf eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Wildfleisch freuen: Der Satz fällt von 23 % auf 6 %, wie von der Regierungskoalition aus PSD und CDS vorgeschlagen. Alle Vorstöße der Opposition, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel, Energie und Telekommunikation zu senken, wurden hingegen abgelehnt. Zudem setzten PSD und CDS die Durchführung einer Studie zur Besteuerung von Renten durch, die von portugiesischen Staatsbürgern im Ausland bezogen werden.
Die Parteien Chega, Livre und Bloco de Esquerda (BE) hatten eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom und Gas gefordert, blieben damit jedoch erfolglos. Dasselbe gilt für Chegas Vorschlag einer vorübergehenden Mehrwertsteuerbefreiung für Grundnahrungsmittel sowie einer Steuersenkung auf Schulmahlzeiten.
Im Immobilienbereich wollte die Iniciativa Liberal (IL) eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Bau- und Sanierungsleistungen erreichen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Die Regierung will jedoch einen Gesetzesentwurf vorlegen, der vorsieht, dass Bau- oder Sanierungsarbeiten an Wohngebäuden nur dann einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 6 % unterliegen, wenn die daraus entstehenden Wohnungen innerhalb von zwei Jahren nach Erteilung der Nutzungsgenehmigung zu „moderaten Preisen“ verkauft oder vermietet werden. Einen Erfolg konnte die IL verbuchen: Sie brachte Maßnahmen zur Anhebung der Mehrwertsteuer-Befreiungsgrenze für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Freiberufler auf € 25.000 durch.
Für Unternehmen wurde zudem die Ausnahmeregelung verlängert, die Firmen mit steuerlichen Verlusten in den ersten Betriebsjahren von der Erhöhung der Körperschaftsteuer-Selbständigkeitszuschläge ausnimmt.
Auch der Vorstoß der Sozialistischen Partei PS, zusätzliche Einnahmen aus der Mineralölsteuer (ISP) zur Senkung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Grundnahrungsmittel zu nutzen, scheiterte. Abgelehnt wurde ebenso der von der Kommunistischen Partei PCP erneuerte Vorschlag, die Doppelbesteuerung auf Kraftstoffe abzuschaffen. Damit zahlen Autofahrer weiterhin Mehrwertsteuer auf die im Kraftstoffpreis enthaltene ISP.
Unverändert bleibt auch die Zusatzabgabe zur Kraftfahrzeugsteuer (IUC), da die Anträge zu ihrer Abschaffung blockiert wurden. Gescheitert sind außerdem die von Chega und BE geforderte Erhöhung der Bankenabgabe sowie die von der BE vorgeschlagene Sondersteuer für hohe Vermögen. Schließlich wurden alle Anträge von PS, Chega, Livre, BE und PAN zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Tiernahrung und tierärztliche Leistungen abgelehnt.

