Der portugiesische Tourismussektor tritt nach Jahren rekordverdächtigen Wachstums in eine Phase stabileren, nachhaltigen Wachstums ein. Das erklärte Francisco Calheiros, Präsident vom Tourismusverband von Portugal (CTP). „Wir erlebten ein weiteres positives Tourismusjahr, doch wir betreten nun eine Phase größerer Stabilität“, so Calheiros. Nach starken Anstiegen in den Jahren nach der Pandemie sei ein moderateres, gleichmäßigeres Wachstum zu erwarten, ohne dass Stagnation drohe.
Laut Statistikamt (INE) zählte der Tourismussektor in den Sommermonaten Juni bis August 2025 rund 10,5 Mio. Gäste und 28,6 Mio. Übernachtungen, ein Anstieg von 2,2 % bzw. 2 % gegenüber dem Jahr davor. Die Gesamteinnahmen stiegen auf € 2,7 Mrd. (+7,4 %), wobei die Ausgaben der ausländischen Touristen besonders zur Wertschöpfung beitrugen. Auch im Oktober 2025 zeigte der Sektor eine positive Entwicklung: 3,1 Mio. Gäste (+3,8 %) und 7,7 Mio. Übernachtungen (+2,4 %) generierten Einnahmen von € 691,2 Mio., wobei die Übernachtungen portugiesischer Gäste um 6,4 % zunahmen.
Calheiros hob hervor, dass das Wachstum 2025 stark von den Inlandsreisenden abhing, die zwar weniger Übernachtungen als in den Spitzenjahren buchten, aber höhere Ausgaben tätigten und damit zu einem qualitativ hochwertigeren Tourismus beitrugen. Gleichzeitig warnte er vor infrastrukturellen Engpässen, insbesondere am Flughafen Lissabon. Die CTP fordert eine schnelle Zwischenlösung, beispielsweise über den Flughafen Montijo, um die steigende Nachfrage zu bewältigen und das Potenzial des Tourismussektors vollständig auszuschöpfen.

