Die Regierung richtet eine Arbeitsgruppe zur Aufwertung des portugiesischen Kopfsteinpflasters und des Berufs der calceteiros ein. Ziel ist es, die aktuelle Situation dieses traditionellen Handwerks zu untersuchen und konkrete Maßnahmen zu dessen Schutz vorzuschlagen. Das kündigte das Ministerium für Kultur an. Die Initiative solle „dieses weltweit einzigartige immaterielle Kulturerbe schützen, würdigen und seine Kontinuität gewährleisten“, hieß es gegenüber der Agentur Lusa. Die Calçada Portuguesa kandidiert derzeit für die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit.
Der Arbeitsgruppe gehören Vertreter des Kultur- sowie des Arbeitsministeriums an. Innerhalb von sechs Monaten soll ein Bericht mit Empfehlungen zu Gesetzgebung, Ausbildung und sozialer Absicherung vorgelegt werden. Bereits seit 2021 steht die Pflasterkunst im nationalen Inventar des immateriellen Kulturerbes mit dringendem Schutzbedarf. Eine Parlamentsresolution von 2018 hatte Strategien gegen den Verfall der Calçada und Verbesserungen bei Komfort und Barrierefreiheit gefordert.
Die UNESCO-Bewerbung wurde im vergangenen Jahr eingereicht (ESA berichtete), unterstützt von der Associação da Calçada Portuguesa, acht Kommunen – darunter Lissabon, Faro und Funchal – sowie mehr als 20 Institutionen. Die im 19. Jh. in Lissabon entwickelte Technik ist heute stark gefährdet: Harte Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung schrecken Nachwuchs ab, während viele Meister altersbedingt ausscheiden. In der Hauptstadt sank ihre Zahl von rund 400 im Jahr 1927 auf kaum mehr als ein Dutzend.
Neben Portugal prägt die Calçada auch Macau, Brasilien, Angola oder Timor-Leste – ein sichtbares Kulturerbe, dessen Erhalt nun politisch neu abgesichert werden soll.

