Die Stelle für Migrationsbeobachtung (Observatório das Migrações, OM) hat in einem aktuellen Bericht mehr öffentliche Investitionen und eine stärkere Integration von Migrationsdaten in die lokale Politik gefordert, insbesondere in Gemeinden des Binnenlands mit stark wachsender Zuwanderung, um soziale Risiken zu verhindern.
Laut dem Bericht „Implikationen für territoriale Kohäsion, öffentliche Politik und Migrationsmanagement verändert sich die Besiedlung des Landesinneren. Immer mehr Migranten arbeiten in Sektoren wie intensiver Landwirtschaft, Tourismus, Industrie, Logistik und Pflege und tragen so dazu bei, Entvölkerung und demografischen Alterungsprozessen entgegenzuwirken. Zugleich stoßen viele kleine Gemeinden mit begrenzter administrativer Kapazität an ihre Grenzen, insbesondere bei Integration, Bildung, Gesundheitsversorgung und Wohnraum.
Die Studie warnt vor Risiken wie prekärer Arbeit von Migranten, Segregation, überlasteten öffentlichen Diensten und sozialen Spannungen, wenn keine angepassten Maßnahmen umgesetzt werden. OM-Chef Pedro Góis betont, dass es entscheidend sei, Migrationsdaten in Echtzeit in die Planung von Gesundheit, Bildung und Wohnraum zu integrieren und die institutionelle Kapazität der Gemeinden zu stärken.
Besonders betroffen sind laut Bericht Gemeinden im Alentejo wie Odemira, Beja oder Serpa, aber auch im Zentrum und Norden des Landes. In der Algarve hingegen treffen wirtschaftlich aktive Migranten auf einen wachsenden Anteil von ausländischen Rentnern und Freiberuflern, was Wohnungsdruck und soziale Ungleichheiten verstärkt.
Die Autoren fordern ein koordiniertes Vorgehen zwischen nationalen und lokalen Behörden, gezielte politische Maßnahmen sowie eine enge Kooperation mit den Herkunftsländern der Migranten. Ziel sei eine gerechte, nachhaltige und wirksame Migrationsgovernance, die die positiven Effekte der Zuwanderung nutzt und soziale Spannungen minimiert.

