Portugals Regierung hat das Programm Pro-Rios zur ökologischen Wiederherstellung von Flüssen und Bächen im ganzen Land vorgestellt. Bis zum Jahr 2030 sollen rund 3.400 km Gewässer wieder in einen naturnahen Zustand versetzt werden. Für das Vorhaben stehen € 180 Mio. aus dem EU-Kohäsionsfonds und dem portugiesischen Umweltfonds bereit. Ziel ist es, Klimaanpassung, Hochwasserschutz und die Förderung der biologischen Vielfalt miteinander zu verbinden.
Schwerpunktregionen sind die Regionen Algarve und Alentejo, in die allein rund € 52,5 Mio. fließen sollen. Vorgesehen sind u. a. die Entfernung künstlicher Barrieren und die Wiederherstellung natürlicher Uferzonen.
Nach Angaben der Umweltagentur APA werden bereits 752 km Gewässer bearbeitet. Ein großer Teil dieser Strecke geht jedoch auf Projekte zurück, die zwischen 2021 und 2023 noch unter der sozialistischen Regierung vertraglich vereinbart und begonnen wurden – einige Maßnahmen sind sogar bereits abgeschlossen. Finanziert wurden sie über das europäische Programm React-EU und den nationalen Umweltfonds. Auch Nichtregierungsorganisationen haben sich beteiligt, etwa mit Rückbaumaßnahmen im Bezirk Alcoutim (ESA berichtete).
Neu am aktuellen Regierungsprogramm ist, dass die Eingriffe auch der Reduzierung von Hochwasserrisiken dienen sollen. Pro-Rios soll damit ein Modell für nachhaltiges Wassermanagement liefern und zeigen, wie Flüsse sowohl in städtischen als auch in ländlichen Räumen ökologisch revitalisiert werden können.
Langfristig verfolgt Portugal das Ziel, seine Politik mit der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur in Einklang zu bringen. Diese verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis Ende des Jahrzehnts europaweit mindestens 25.000 km Flüsse wieder in ihren natürlichen Zustand zu überführen.

