Die 16 Kommunen der Algarve wollen den Schutz der Meeres- und Küstenökosysteme stärker ins Zentrum ihrer Regionalentwicklung stellen. Beim ersten „Fórum Mar Portugal“ in Faro überreichten sie Umweltministerin Maria da Graça Carvalho eine Absichtserklärung mit dem Titel „Algarve Capital Natural“. Darin bekennen sich die Kommunen dazu, die nachhaltige Nutzung des sogenannten Naturkapitals – also der natürlichen Ressourcen und Ökosysteme – als strategische Grundlage für die Zukunft der Region zu betrachten.
Die Initiative stammt vom Marine Observatory Algarve (OMA) des Zentrums für Meereswissenschaften der Algarve (CCMAR). Ihr ging ein einjähriger Austausch mit Gemeinden, Unternehmen und der Tourismusbranche voraus. Ziel ist es, die Region zu einem Vorbild für nachhaltige Meereswirtschaft zu entwickeln.
Die Erklärung enthält keine Forderungen an die Regierung. Stattdessen soll sie ein gemeinsames politisches Bekenntnis zum Schutz der Ökosysteme und zur stärkeren Einbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse in politische und wirtschaftliche Entscheidungen darstellen.
Hintergrund ist die große wirtschaftliche Bedeutung des Meeres für die Algarve. Vor allem der Tourismus hängt stark von der ökologischen Qualität der Küsten- und Meereslandschaften ab. Eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser Ressourcen gilt daher als entscheidend für Umwelt, Wirtschaft und Lebensqualität in der Region.
Das 2025 gegründete OMA arbeitet daran, Forschung stärker mit der Wirtschaft zu vernetzen, etwa bei Themen wie Dekarbonisierung oder nachhaltigen Unternehmensstrategien. Ab diesem Monat sind Treffen zwischen Wissenschaftlern und Firmen geplant, im Juni folgt eine Fachkonferenz am CCMAR.
Die Absichtserklärung markiert den Auftakt für weitere Schritte. Gemeinsame Aktionspläne sollen in den Jahren 2026 und 2027 entwickelt werden, um die Region langfristig als Standort für nachhaltige Innovation zu profilieren.

