Beim geplanten Bau der internationalen Brücke zwischen Alcoutim und Sanlúcar de Guadiana sind erneut Unsicherheiten aufgetreten. Die Regionalregierung Andalusiens hat neue Fragen zum Projekt aufgeworfen. Dennoch zeigt sich die regionale Entwicklungskommission CCDR Algarve zuversichtlich, dass die endgültige Genehmigung erteilt wird.
Nach Angaben von CCDR-Präsident José Apolinário hat Portugal alle Voraussetzungen geschaffen, um die Ausschreibung zu starten und das Bauvorhaben umzusetzen. Die Realisierung hängt jedoch weiterhin von der abschließenden Zustimmung der spanischen Behörden ab. Zwar gebe es auf beiden Seiten politische Unterstützung, doch unterschiedliche Auslegungen verzögerten bislang die konkrete Umsetzung.
Das Projekt ist mit insgesamt € 15 Mio. abgesichert, davon € 8 Mio. aus dem portugiesischen Aufbau- und Resilienzplan (PRR) und € 7 Mio. aus dem Staatshaushalt. Ziel ist es, die Mobilität im strukturschwachen Grenzgebiet am unteren Guadiana zu verbessern und die Verbindung zwischen den beiden Regionen zu stärken.
Neue Bedenken der andalusischen Seite betreffen insbesondere Umweltauflagen. Trotz einer ursprünglich positiven Stellungnahme zum Umweltgutachten wurden zuletzt Fragen zur Nähe der geplanten Brücke zur historischen Festung von Sanlúcar sowie zur Verkehrsführung auf spanischer Seite aufgeworfen.
Apolinário betonte die Bedeutung des Projekts für eine Region, die auf beiden Seiten der Grenze mit starkem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen hat. Die Brücke sei ein entscheidender Schritt, um aus politischen Absichtserklärungen konkrete Maßnahmen werden zu lassen. Trotz anhaltender Differenzen zeigte sich der CCDR-Chef optimistisch, dass eine Einigung erzielt werden kann.
Die Idee einer festen Verbindung zwischen Alcoutim und Sanlúcar de Guadiana wird bereits seit den 1990er-Jahren diskutiert. Der bilaterale Vertrag zwischen Portugal und Spanien wurde im Oktober 2024 in Faro unterzeichnet und Anfang 2025 offiziell verabschiedet (ESA berichtete). Das Vorhaben gilt auch als symbolträchtiges Projekt im Kontext von 40 Jahren gemeinsamer Zugehörigkeit zur Europäischen Gemeinschaft und soll den grenzüberschreitenden Austausch nachhaltig fördern.

