Die Erwartungen an die hausärztliche Versorgung im Gesundheitswesen müssen nach unten korrigiert werden. Wie aus einem veröffentlichten Regierungsbeschluss hervorgeht, bleibt der Anteil der Patienten mit zugewiesenem Hausarzt bis 2027 bei 85,37 % – weit entfernt von den im Vorjahr angekündigten 98 %.
Die aktualisierten Zielwerte sind Teil des „Quadro Global de Referência“ (QGR) für den Nationalen Gesundheitsdienst SNS, der zudem für 2025 einen Personalzuwachs von 1,8 % vorsieht. Noch 2024 war die Regierung von einem kontinuierlichen Anstieg bei der Hausarztabdeckung ausgegangen: von 86 % auf 91 % in 2025 und fast vollständige Versorgung im Jahr 2026. Stattdessen setzt das neue QGR den Schwerpunkt auf Leistungssteigerung. Die Zahl der ärztlichen Konsultationen soll von gut 47 Mio. im vergangenen Jahr auf rund 48,1 Mio. im Jahr 2027 wachsen. Auch bei Facharzt-Erstterminen wird ein leichter Anstieg erwartet – wenn auch nur um Hundertstelprozente.
Zudem prognostiziert das Dokument mehr Operationen und gleichzeitig weniger Notfallbesuche. Qualitätsindikatoren entwickeln sich ebenfalls positiv: vermeidbare Krankenhausaufnahmen sollen sinken, während ambulante Eingriffe, häusliche Krankenhausbetreuung und die Abdeckung onkologischer Screenings zunehmen. Beim Management chronischer Erkrankungen verzeichnet der SNS hingegen Stagnation: Der entsprechende Index fiel zuletzt und soll sich erst 2027 wieder leicht verbessern. Der Beschluss betont, das Maßnahmenpaket sei in enger Abstimmung zwischen Gesundheits- und Finanzministerium sowie der Exekutivdirektion des SNS entstanden.

