Die Hilfsgesuche bei der mit der deutschen Tafel vergleichbaren Banco Alimentar steigen weiter deutlich an. Nach Angaben der Organisation wenden sich inzwischen nicht mehr nur ältere Menschen mit niedrigen Pensionen, Menschen mit Behinderungen oder Arbeitslose an sie. Zunehmend suchen auch Beschäftigte mit niedrigen Löhnen Unterstützung – häufig Familien mit Kindern, die durch hohe Wohnkosten zusätzlich belastet sind.
Zusätzlich unterstützt die Organisation soziale Einrichtungen, die Mahlzeiten in Altenheimen, Tageszentren, Kindertagesstätten oder an Obdachlose ausgeben.
Seit mehr als drei Jahrzehnten hilft die Banco Alimentar Bedürftigen – doch die Lage verschärft sich. Armutskonzentrationen finden sich laut Isabel Jonet, Präsidentin der Banco Alimentar, vor allem in Großstädten und touristisch belasteten Regionen: in der Metropolregion Lissabon, in Setúbal, im Großraum Porto sowie auf Madeira und in der Algarve. Dort sei der Druck auf die sozialen Einrichtungen besonders groß.
Rund zwei Millionen Portugiesen leben derzeit in Armut oder sind davon bedroht. Das entspricht einem monatlichen Einkommen von weniger als € 632. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Alleinerziehende.

