Die Umweltorganisation Greenpeace Portugal hat einen scharfen Appell an die portugiesische Regierung gerichtet: Die Ausweitung von superintensiven Olivenplantagen müsse sofort ausgesetzt werden.
Laut einer aktuellen Studie der Organisation hat sich Portugal in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standort für internationale Investmentgesellschaften entwickelt, die riesige Flächen im Alentejo für hochgradig mechanisierte Olivenplantagen nutzen. Diese seien nicht nur eine Form intensiver Landwirtschaft, sondern zunehmend ein „finanzielles Asset“, aus dem schnelle Profite gezogen werden – oft auf Kosten der Umwelt und lokaler Gemeinschaften.
Laut dem Bericht sind Millionen Euro an öffentlichen Subventionen in Projekte geflossen, die von ausländischen Fondsgesellschaften gesteuert werden. Greenpeace bezeichnet das als problematisch, weil es traditionelle landwirtschaftliche Strukturen verdränge und eine industrialisierte Landwirtschaft fördere, die hohe Wasserverbräuche, intensiven Pestizideinsatz und Biodiversitätsverlust mit sich bringt.
„Wir tauschen Menschen gegen Maschinen und Gemeinschaften gegen Excel-Tabellen ein“, sagte der Direktor von Greenpeace Portugal bei der Präsentation der Studie. Die Regierung stehe vor einer klaren Wahl: Entweder sie bleibe „Facilitator“ der Investmentgesellschaften oder sie übernehme ihre Verantwortung als Schutzmacht des Territoriums und der „lebenswichtigen landwirtschaftlichen Produktion in Portugal“.
Vor diesem Hintergrund fordert Greenpeace ein sofortiges Moratorium für die Ausweitung des superintensiven Olivenanbaus. Die Organisation argumentiert, dass ohne eine Pause und Überprüfung der Praktiken die Umweltbelastung weiter zunehme und traditionelle ländliche Regionen sozial und ökologisch ausgehöhlt würden.

