Die portugiesischen Städte und Gemeinden haben 2025 so viel Geld wie nie zuvor mit der Tourismusabgabe eingenommen. Insgesamt flossen rund € 176 Mio. in die kommunalen Kassen – ein deutlicher Anstieg gegenüber € 93 Mio. im Jahr zuvor. Das geht aus einer Auswertung der Zeitung Diário de Notícias hervor.
Inzwischen erheben 46 Kommunen eine solche Abgabe auf Übernachtungen in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen. Drei Jahre zuvor waren es erst elf. Parallel dazu sind auch die Einnahmen stark gestiegen: Seit 2022 haben sie sich mehr als verdreifacht.
Der wichtigste Treiber ist der anhaltende Tourismusboom. Nach Angaben des Statistikamts INE wurden 2025 landesweit 32,5 Mio. Gäste gezählt – ein Plus von 3 %. Die Zahl der Übernachtungen stieg auf 82,1 Mio.
Viele Städte haben zudem ihre Abgaben erhöht oder den Zeitraum der Erhebung ausgeweitet. So verdoppelten etwa Lissabon und Cascais ihre Tourismussteuer 2024 von € 2 auf € 4 pro Nacht – derzeit der höchste Satz im Land.
Mit großem Abstand an der Spitze steht weiterhin die Hauptstadt. Lissabon nahm 2025 mehr als € 83 Mio. ein, rund die Hälfte des landesweiten Gesamtbetrags. Der Großteil stammt aus der Übernachtungssteuer, hinzu kommen knapp € 1 Mio. aus einer Abgabe für Kreuzfahrtpassagiere. Trotz des starken Einnahmenanstiegs verfehlte die Stadt damit ihr Haushaltsziel von € 87,5 Mio. Bürgermeister Carlos Moedas will dennoch am bisherigen Kurs festhalten.
Auf Platz zwei folgt Porto mit € 30,2 Mio., ein Plus von 55 %. Der Anstieg hängt ebenfalls mit einer Erhöhung der Abgabe zusammen, die seit Ende 2024 € 3 pro Nacht beträgt. Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Pedro Duarte erwägt bereits den nächsten Schritt: Die Steuer könnte künftig auf € 4 steigen. Ein Teil der Einnahmen soll unter anderem in kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für Einwohner fließen.
Auch andere Städte ziehen nach. Vila Nova de Gaia prüft eine Anhebung von € 2,50 auf € 3 pro Nacht, während Funchal seine Tourismusabgabe (€ 2) Anfang des Jahres neu geregelt hat. Mit dem anhaltenden Tourismusboom entwickelt sich die Abgabe zunehmend zu einer wichtigen Einnahmequelle für Portugals Kommunen.

