Der portugiesische Pflegegewerkschaft Sindicato dos Enfermeiros Portugueses (SEP) hat für den 20. März einen landesweiten Streik angekündigt. Mit der Arbeitsniederlegung will die Gewerkschaft gegen Verzögerungen des Gesundheitsministeriums bei Entscheidungen protestieren, die nach Ansicht des Verbandes die berufliche Entwicklung von Pflegekräften blockieren. Nach Angaben des SEP habe das Gesundheitsministerium zugesagt, bis Ende Februar offene Fragen zur Bewertung von Dienstzeiten und Karrierepunkten zu klären. Dieses Versprechen sei jedoch nicht eingehalten worden. Dadurch bleibe eine Ungleichbehandlung von Pflegekräften im Vergleich zu anderen Berufsgruppen bestehen, kritisiert die Gewerkschaft. Der Streik soll die Früh- und Nachmittagsschichten betreffen. Zu den zentralen Forderungen gehören die korrekte Anrechnung von Karrierepunkten, die Auszahlung ausstehender Nachzahlungen sowie die Einstellung zusätzlicher Pflegekräfte. Laut SEP könnten die aktuellen Einschränkungen negative Folgen für die Sicherheit von Patienten und medizinischem Personal haben.
Darüber hinaus verlangt die Gewerkschaft, dass auch Dienstzeiten mit befristeten oder prekären Verträgen vollständig anerkannt werden. Außerdem fordert sie neue Ausschreibungen für Positionen wie Fachpflegekräfte, Pflegemanager und Leitungsstellen. Ein weiterer Streitpunkt ist das Bewertungssystem für die berufliche Leistung. SEP fordert ein Modell, das stärker auf die spezifischen Anforderungen der Pflege ausgerichtet ist und ohne feste Quoten auskommt. Zudem verlangt die Gewerkschaft Verhandlungen über einen Ausgleich für gesundheitliche Belastungen und Risiken im Pflegeberuf.
Neben arbeitsrechtlichen Fragen betont der Verband auch die Bedeutung einer stärkeren Finanzierung des nationalen Gesundheitssystems SNS. Es benötige dringend mehr Personal, um die Versorgung langfristig sicherzustellen.

