Der Umweltverband Almargem kritisiert scharf die bestehenden Modelle zur Sammlung und Behandlung von Siedlungsabfällen in der Algarve. Anlass ist die öffentliche Konsultation zur Umweltverträglichkeitsprüfung der Deponie in der Ost-Algarve, deren Erweiterung um eine weitere Zelle geplant ist.
„Die fortgesetzte Erweiterung von Deponien statt einer strukturellen Reform der Abfallwirtschaft ist eine gescheiterte Strategie“, erklärte Almargem. Besonders betroffen seien die Anwohner in unmittelbarer Nähe der Deponien, die unter Geruchsbelastung, verschmutzten Wasserläufen sowie weit verstreuten Abfällen litten.
Laut Almargem liegt die Deponierungsquote in der Algarve bei rund 81,9 % und damit deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 54 %. Dies verstoße klar gegen die Verpflichtungen Portugals gegenüber der Europäischen Union. Trotz bekannter Problemlage und wiederholter Beschwerden bestünden weiterhin illegale und inakzeptable Zustände.
Der Verband fordert die Kommunen, den regionalen Städtetag AMAL und den Konzessionär ALGAR auf, Verantwortung zu übernehmen. Es fehle nicht an rechtlichen oder finanziellen Mitteln, sondern an politischem Willen und konsequentem Handeln.

