Der Solarpark Solara4 im Bezirk Alcoutim zählt mit 219 MW zu den größten Photovoltaik-Anlagen Portugals. Der Projektträger plant eine Erweiterung um rund 25 Windkraftanlagen mit insgesamt 165 MW, wodurch ein Hybridpark aus Solar- und Windenergie entstehen würde.
Das ursprüngliche Projekt erhielt in der Umweltverträglichkeitsprüfung eine ablehnende Stellungnahme. Die überarbeitete Fassung wurde Anfang Februar öffentlich konsultiert. Die Portugiesische Gesellschaft für Vogelkunde (SPEA) hält auch diese Version für nicht genehmigungsfähig und fordert die Ablehnung des Vorhabens. Nach Angaben der Organisation würden weder die erheblichen Umweltauswirkungen noch die Belastungen für die Bevölkerung ausreichend gemindert. Auch der Projektträger räumt ein, dass die Auswirkungen als sehr erheblich, negativ und nicht minimierbar eingestuft wurden.
Besonders kritisch sieht SPEA die Nähe der geplanten Windkraftanlagen zu Ortschaften wie Malfrades und Monte das Preguiças, die weniger als 800 Meter entfernt liegen. Als einzige Minderungsmaßnahme sei vorgesehen, die Bevölkerung über Lärmbelastungen zu informieren. Problematisch bleiben zudem die Auswirkungen auf sensible Ökosysteme, darunter wichtige Zugkorridore für Greifvögel sowie das nationale Brutgebiet des Habichtsadlers.
SPEA betont die Notwendigkeit der Energiewende, fordert jedoch eine klare Raumplanung, die ökologische Schutzgebiete berücksichtigt und die Nachhaltigkeit der Energiewende nicht gefährdet.

