Trotz sinkender Emissionen bleibt die Raffinerie von Sines auch 2025 die größte einzelne Quelle von Treibhausgasen in Portugal. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Umweltorganisation Zero hervor. Grundlage sind Daten des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS). Die von Petrogal betriebene Anlage stieß im vergangenen Jahr rund 2,2 Mio. t CO2 aus. Gegenüber 2024 entspricht dies zwar einem Rückgang um 16 %, dennoch führt die Raffinerie das Ranking der größten Emittenten bereits zum sechsten Mal in Folge an.
Auf Platz zwei folgt die Fluggesellschaft TAP mit rund 1,1 Mio. t CO2 und einem leichten Anstieg der Emissionen um 1 %. Auffällig ist zudem die Entwicklung im Energiesektor: Mehrere Gaskraftwerke verzeichneten deutliche Zuwächse. So stiegen die Emissionen des Kraftwerks Lares um 215 %, jene des Kraftwerks Ribatejo sogar um 326 %. Insgesamt verursachten die zehn größten Emittenten des Landes 2025 rund 8,9 Mio. t CO2 – 7 % mehr als im Vorjahr. Nach Einschätzung von Zero ist der Anstieg vor allem auf die stärkere Nutzung von Gaskraftwerken zurückzuführen. Obwohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weiterhin auf hohem Niveau lag, führten ein gestiegener Stromverbrauch und geringere Importe zu einer deutlich höheren Nutzung fossiler Energieträger. Die Umweltorganisation fordert daher zusätzliche Investitionen in erneuerbare Energien und eine beschleunigte Dekarbonisierung von Industrie und Verkehr.

