Ein Forscherteam des Zentrums für Meereswissenschaften der Algarve (Centro de Ciências do Mar do Algarve, CCMAR) hat erstmals systematische Muster der Cetaceenmortalität an der Algarve-Küste untersucht und dabei die Fischerei als relevanten Einflussfaktor identifiziert.
Die Analyse von über 1.000 Strandungen über einen Zeitraum von 46 Jahren zeigt, dass bei 45 % der untersuchten Tiere Spuren von Interaktionen mit Fischereigeräten nachweisbar sind. Die Untersuchung, basierend auf Daten des Überwachungsnetzwerks für Strandungen an der Algarve (Rede de Arrojamentos do Algarve, RAAlg), erfasste 19 verschiedene Delfin- und Walarten. Die Strandungen treten nicht zufällig auf. Besonders betroffen sind die Küstenbereiche rund um Cabo de Santa Maria (südlich von Faro), zwischen Portimão und Lagos sowie die Region Sagres.
Auffällig ist der hohe Anteil an Jungtieren, der auf mögliche Auswirkungen auf die Populationsentwicklung hindeutet.
Jan Hofman, Erstautor der Studie, erklärt, dass die Einrichtung des RAAlg die Artbestimmung und Ursachenanalyse von Strandungen erheblich verbessert habe. Ana Marçalo, Koordinatorin der Untersuchung, ergänzt: „Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es, wirksamere Maßnahmen zur Reduzierung von Beifang zu entwickeln, ohne die Fischerei zu beeinträchtigen.“
Das RAAlg gewährleistet eine kontinuierliche Überwachung der Küste und sammelt systematisch biologische Daten, um Strandungen besser zu verstehen. Das Forscherteam betont, dass die fortlaufende Erfassung entscheidend sei, um die Sterblichkeit von Delfinen und Walen an der Algarve langfristig zu senken und das Management der Küstengewässer zu verbessern.

