Die Diskussion um die neuen Auflagen für das Nachtleben in Albufeira verschärft sich. Nachdem die Stadtverwaltung die Betriebszeiten von Bars, Diskotheken und Geschäften um eine Stunde reduziert hat, richtet sich die Kritik der Unternehmer nun vor allem gegen die neuen Lärmvorschriften.
Die Handelsvereinigung ACALB (Associação Comercial de Albufeira) äußerte erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der von der Stadt verhängten Lärmgrenzwerte (maximal 76 Dezibel am Tag und 74 Dezibel in der Nacht) und technischen Anforderungen. Nach Ansicht des Verbandes sei unklar, auf welcher rechtlichen Grundlage die Gemeinde zusätzliche Beschränkungen verhängen könne, da Lärmschutz bereits durch nationale Regelungen erfasst werde. Die Vereinigung fordert deshalb eine rechtliche Prüfung der Maßnahmen.
Nach Angaben der ACALB werde ein Großteil der nächtlichen Lärmbelastung nicht durch Musik in den Lokalen selbst verursacht, sondern durch Menschenansammlungen auf Straßen, Plätzen und in den Ausgehvierteln. Die Verantwortung werde damit einseitig auf die Betriebe abgewälzt.
Der Verband kritisiert außerdem, dass die Maßnahmen ohne Einbindung der betroffenen Wirtschaftssektoren und so kurzfristig beschlossen worden seien. Gerade zu Beginn der Hochsaison sorgen die neuen Vorgaben für große Unsicherheit bei Gastronomen, Veranstaltern und anderen Unternehmen des Tourismussektors.
Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Rui Cristina verteidigt die verschärften Regeln. Sie verweist auf jahrelange Beschwerden von Anwohnern über übermäßigen Lärm und nächtliche Störungen. Ziel sei es, die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig ein reguliertes Nachtleben zu ermöglichen.
Die ACALB betont, dass sie Maßnahmen gegen Lärmbelästigung grundsätzlich unterstütze. Diese müssten jedoch verhältnismäßig, rechtlich abgesichert und gemeinsam mit den betroffenen Unternehmen erarbeitet werden. Der Verband fordert deshalb einen strukturierten Dialog mit der Stadtverwaltung, um Lösungen zu finden, die sowohl den Interessen der Anwohner als auch der lokalen Wirtschaft gerecht werden.

