Das portugiesische Parlament hat in erster Lesung zwei verteidigungspolitische Vorhaben gebilligt: einen Gesetzesvorschlag der Sozialistischen Partei (PS) zur Stärkung parlamentarischer Kontrollrechte sowie eine Initiative der rechtspopulistischen Chega zur Einführung einer freiwilligen Militärreserve. Beide Projekte stießen auf den Widerstand der Regierungsparteien PSD und CDS-PP.
Der PS-Vorschlag sieht eine stärkere Einbindung des Parlaments in Verteidigungsfragen vor, darunter mehr Kontrolle über militärische Investitionen, Mitwirkung bei der nationalen Verteidigungsstrategie sowie Stellungnahmen zu Auslandseinsätzen. Kritiker warnen vor zusätzlicher Bürokratie und möglichen Verzögerungen bei Entscheidungen.
Der Chega-Vorschlag schafft eine freiwillige Reserve aus ehemaligen Soldaten, die im Krisenfall einberufen werden können. Die Teilnahme soll freiwillig sein und mit finanziellen Leistungen sowie arbeitsrechtlichem Schutz verbunden werden.
Während PSD und CDS-PP beide Vorhaben ablehnten, positionierten sich andere Parteien unterschiedlich und enthielten sich teilweise oder stimmten selektiv zu. Zusätzlich wurden mehrere unverbindliche Empfehlungen zur Reform der Streitkräfte angenommen, während ein Antrag zur Aktualisierung der Verteidigungsstrategie scheiterte.

