Die Junta de Freguesia von Budens hat zwei Rundwanderwege markiert, die dazu einladen, das Gebiet zu erkunden. Wir haben uns für den „Pfad der Dinosaurier“ entschieden, der uns von Budens über Salema und Figueira zurück zum Ausgangspunkt führt. Die Strecke ist 10 km lang und erfordert eine gewisse Kondition
Text & Fotos: Anabela Gaspar
in ESA 11/2024
Zur Gemeinde von Budens gehören die Ortschaften Budens, Figueira, Salema, Vale de Boi und Burgau. Diese fünf kleinen Dörfer im Bezirk Vila do Bispo werden seit Kurzem auf der Webseite Rota das 5 Aldeias de Budens (rotadas5aldeiasdebudens.pt) präsentiert. Neben Informationen zur Geschichte der Orte und deren historischem Erbe – derzeit leider nur auf Portugiesisch abrufbar – können dort auch die Routenkarten im KML- oder GPX-Format heruntergeladen werden. Um diese Dateien zu öffnen, wird eine App wie GPX Viewer (kostenlos für Smartphones verfügbar) benötigt. Zur Auswahl stehen der Trilho dos Dinossauros (Pfad der Dinosaurier) und der Trilho dos Romanos e Piratas (Pfad der Römer und Piraten), die teilweise auf dem Fischerpfad der Rota Vicentina und dem Radweg Rota do Litoral verlaufen.
In Budens parken wir das Auto in der Rua Areias de Cima, der zweiten Straße rechts nach dem Kreisverkehr an der Ortseinfahrt, aus Lagos kommend. Nach Überquerung der EN 125 und dem Abstieg auf eine parallel verlaufende Straße, folgen wir dieser nach links. Wenige Meter nach dem Tor eines Anwesens finden wir den Startpunkt der Route: die Fonte Milenar, ein Brunnen, an dem früher sowohl die Bewohner als auch Tiere ihren Durst stillten. Leider scheint dieser inzwischen zu verfallen. Interessant ist, dass eines der Becken aus dem typischen roten Sandstein, Grés de Silves genannt, besteht. Es gibt keine Informationstafel zur Route oder zum Brunnen, aber wenige Schritte entfernt sehen wir die erste Wegmarkierung auf einem kleinen Holzpfahl und folgen der rot-gelben Kennzeichnung.
Um unsere Muskeln aufzuwärmen, geht es sofort leicht bergauf, mit Blick auf das Dorf und die umliegenden touristischen Anlagen. 1,4 km führt uns ein breiter Schotterweg durch die Landschaft. Am Wegesrand gedeihen Mastixsträucher, Steineichen, vereinzelte Feigenbäume und viel Fenchel, der angenehm duftet. Etwa 20 Minuten später, an der Gabelung mit der Straße M 537, entscheiden wir uns gegen die empfohlene Richtung und wandern stattdessen in die entgegengesetzte, um zuerst entlang der Küste zu wandern. 900 m laufen wir am schmalen Straßenrand entlang und gelangen zum Hauptplatz von Salema. Das ehemalige Fischerdorf hat sich, ebenso wie das östlich gelegene Burgau, in ein Resort verwandelt. Am Strand liegen noch vier Fischerboote, aber abgesehen von ein paar älteren Männern, die im Schatten eines Hauses sitzen, sehen wir hier kaum noch Einheimische. Mehr als die Hälfte der Häuser – viele der Tradition getreu weiß getüncht und mit blauen Umrandungen um Fenster und Türen versehen – werden heute als Ferienunterkunft genutzt. Die Atmosphäre erinnert leider kaum noch an ein portugiesisches Dorf.

Vom Hauptplatz aus geht es wieder Richtung Norden, dann die erste Straße links und gleich darauf erneut links zurück zur Küste, wo wir einen Parkplatz erreichen, der gleichzeitig ein Aussichtspunkt ist. Hier führt eine Treppe hinunter zum Strand und zu den Dinosaurierspuren, die dieser Route ihren Namen geben. Sie befinden sich links von der Treppe auf einem Felsen am Strand. Es handelt sich um fünf Spuren, die ich nicht als Dinosaurierspuren erkannt hätte, wenn ich nicht vorher Bilder davon gesehen hätte. Die gesamte Route nach diesen Spuren zu benennen, erscheint mir etwas übertrieben. Andererseits hätte ich sie, ohne der Route zu folgen, wohl nie gesehen.
Zurück am Aussichtspunkt wandern wir erneut Richtung Norden und folgen den Markierungen, die uns durch eine Siedlung mit Luxusvillen und Reihenhäusern führen, alle am Hang nach Süden zum Atlantik hin ausgerichtet und viele mit Pools, obwohl der weite Ozean nur wenige Meter entfernt liegt. Dann biegen wir links ab, gehen am Rand eines Pinienwaldes entlang bis zur Küste und folgen schmalen Trampelpfaden direkt oberhalb der Klippen. Der Ausblick lässt uns immer wieder innehalten – die Küste der Algarve enttäuscht nie! Nachdem wir einige Meter entlang der Klippen gegangen sind, führt uns der Weg wieder ins Land hinein. In diesem Abschnitt ist die Vegetation dichter und die Route sehr naturbelassen. Zurück an der Küste passieren wir eine erste Bucht und kommen kurz darauf zum Praia Santa. Dieser Strand ist tatsächlich ein kleines heiliges Paradies. Wir umgehen die Schlucht und beschließen kurz hinabzusteigen, um einen Abstecher zum Strand zu machen. Dort treffen wir auf zwei junge Frauen, die die Einsamkeit, die Sonne und das Meer genießen. Eine gute Zeit für diese Wanderung dürfte der sogenannte Verão de São Martinho sein, die Tage rund um den Sankt-Martins-Tag, an denen in der Algarve meist die Sonne scheint und die Temperaturen angenehm sind. Mit etwas Glück ist sogar ein Sprung in den Atlantik möglich. Zwei Stunden nach dem Start erfrischen wir kurz unsere Füße, nehmen eine kleine Stärkung zu uns und setzen dann unsere Wanderung fort.
Kurz darauf erreichen wir die Festung Vera Cruz da Figueira – oder das, was von ihr übrig ist. Die Festung wurde im 17. Jh., wahrscheinlich um 1640 während des Restaurationskrieges unter König D. João IV., erbaut. Ursprünglich war sie Teil eines Befestigungssystems zum Schutz der Küste rund um Lagos, zu dem auch die Festungen von Meia Praia, Almádena, Zavial, Ponta da Bandeira, Pinhão, Ponta da Piedade und Porto de Mós gehörten. Laut historischer Aufzeichnungen soll nahe der Festung Vera Cruz am 4. Mai 1670 eine Gruppe von Piraten aus Nordafrika angelandet sein, um das Dorf Figueira anzugreifen. Die Piraten wurden jedoch rechtzeitig gesichtet und von der Bevölkerung besiegt. Solchen Piraten ist die andere Wanderroute von Budens gewidmet, die u. a. zur Festung São Luís de Almádena, auch Forte da Boca do Rio genannt, führt.
Im Westen blicken wir nun auf den Strand von Figueira. Der nächste Abschnitt führt uns über einen holprigen, sehr schmalen Pfad hinab zum Strand. Hier und da müssen wir uns abstützen und aufpassen, nicht auszurutschen. Zum Strand gehen wir jedoch nicht, sondern folgen dem Schotterweg Richtung Norden nach Figueira. Bis dorthin sind es 1,3 km. Strandbesucher müssen die Strecke zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen, da die Straße schmal ist und es keine Parkmöglichkeiten am Strand gibt. Wir passieren zwei oder drei Gemüsegärten und zwei künstliche Teiche und erreichen nach etwa 900 m einen Parkplatz. Von hier aus gehen wir weiter geradeaus auf die ersten Häuser von Figueira zu. Wir halten uns rechts und kommen an einigen renovierten traditionellen Häusern vorbei, die ebenfalls als Ferienunterkünfte genutzt werden. Auch in dieser stark ländlich geprägten Gegend gewinnt der Tourismus langsam die Oberhand. Nach wenigen Metern erreichen wir eine Kreuzung. Wir folgen der Hauptstraße nach Osten, vorbei an den Briefkästen, die hier, wie in vielen Dörfern der Algarve, alle zusammen an einer Stelle stehen, und Müllcontainern. Gegenüber sehen wir die Markierungen, die uns durch einige Gassen der kleinen Ortschaft führen. In den schmalen Gassen reihen sich kleine, bunte, traditionelle Häuser und wir stellen schmunzelnd fest, dass das Konzept des Tiny House in Portugal schon sehr alt ist. Hinter der Kirche – einem moderneren, nicht besonders ansehnlichen Bau – kehren wir zur Hauptstraße zurück und folgen dieser 750 m bis zum Kreisverkehr an der EN 125. Wir biegen rechts ab und gehen entlang der M 537 bis zum Campingplatz Salema (550 m) und weiter bis zur Gabelung, an der wir links dem Schotterweg zurück zum Startpunkt folgen. Eine alternative Möglichkeit wäre es, vom Kreisverkehr der EN 125 aus circa 650 m direkt nach Budens zu laufen. Da die Straße jedoch stark befahren ist, folgen wir lieber der Route und wandern stattdessen 2,4 km. Dreieinhalb Stunden später sind wir wieder an der Fonte Milenar.
Unser Fazit: Der spektakulärste und auch abenteuerlichste Abschnitt ist der 2,4 km lange Küstenweg. Doch da dieser stellenweise geklettert werden muss, ist er nicht für Menschen mit Gehbehinderung oder Kleinkinder geeignet. Die drei Ortschaften bieten nur wenige Sehenswürdigkeiten – wobei die Route in Budens nicht einmal durch die Ortschaft oder zur unter Denkmalschutz stehenden Santo António-Kapelle führt – und leider verläuft ein Großteil der Route entlang asphaltierter Straßen

