Die Hotelier-Vereinigung der Algarve (AHETA) warnt vor negativen Auswirkungen des neuen Systems zur Erfassung biometrischer Daten an portugiesischen Flughäfen. Angesichts wiederholter Unterbrechungen seit der Einführung am vergangenen Freitag befürchtet der Verband insbesondere für die Sommermonate erhebliche Probleme im Reiseverkehr.
Das System war am Wochenende mehrfach ausgesetzt worden, um zu verhindern, dass Passagiere aufgrund langer Wartezeiten ihre Flüge verpassen. AHETA sieht darin eine Bestätigung ihrer bereits im März geäußerten Bedenken, die in einem Schreiben an die Regierung übermittelt worden waren.
Der Verband schlägt vor, während der Hochsaison ein gemischtes Grenzkontrollsystem einzuführen. Konkret regt AHETA an, die biometrischen Kontrollen nur teilweise anzuwenden, um die Abläufe zu entlasten. Alternativ hatte die Organisation auch empfohlen, die Datenerfassung zwischen dem 1. Juni und dem 30. September vorübergehend auszusetzen, wie es in EU-Notfallmaßnahmen vorgesehen ist.
AHETA-Präsident Hélder Martins verwies auf eine zunehmende Belastung, insbesondere am Flughafen Faro. In Zeiten hohen Passagieraufkommens komme es bereits jetzt zu Verzögerungen, da ein großer Anteil der Reisenden aus Nicht-Schengen-Staaten stammt und somit der biometrischen Kontrolle unterliegt. Bei mehr als 2.000 ankommenden Passagieren pro Stunde stoße das System an seine Grenzen.
Martins sieht die Entwicklung mit Sorge und warnt vor einer weiteren Verschärfung im Sommer. Gleichzeitig verweist er auf andere touristische Drehkreuze wie Málaga, wo trotz höherer Passagierzahlen bislang keine vergleichbaren Probleme bekannt seien.
Nach Einschätzung der AHETA beeinträchtigen die aktuellen Zustände an den Flughäfen Faro, Lissabon und Porto das internationale Image des portugiesischen Tourismus. Lange Warteschlangen stünden im Widerspruch zum Anspruch des Landes auf Gastfreundschaft und gefährdeten sowohl die Qualität des touristischen Angebots als auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Branche.
Der Verband fordert daher eine kurzfristige Aufstockung des Personals sowie zusätzliche elektronische Kontrollstellen. Ziel sei es, die Abläufe an den Flughäfen zu stabilisieren und die Belastungen für Reisende so gering wie möglich zu halten.

