Portugal hat das neue Statut der älteren Menschen im Amtsblatt veröffentlicht, nachdem es im Januar 2026 im Parlament verabschiedet worden war. Das Gesetz definiert umfassende Rechte und Pflichten des Staates in den Bereichen Gesundheit, Pflege und sozialer Schutz für Senioren. Ziel ist es, älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen und einen frühzeitigen Umzug in Altersheime zu vermeiden.
Das Statut verpflichtet den Staat, qualitativ hochwertige, vielfältige und individuell zugeschnittene Unterstützungsdienste zu Hause zu fördern. Dazu zählen medizinische und pflegerische Versorgung, psychologische Betreuung, Physiotherapie sowie Programme zur kognitiven, sensorischen und motorischen Förderung. Ergänzend sind Hilfen bei alltäglichen Aktivitäten vorgesehen. Auch die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Anbietern soll gestärkt werden, um Versorgungslücken zu schließen. Besonders hervorgehoben wird das Recht auf Palliativversorgung für Personen mit unheilbaren oder schweren Krankheiten im fortgeschrittenen Stadium. Zudem schützt das Statut ältere Menschen ausdrücklich vor jeder Form von Gewalt, Vernachlässigung, Diskriminierung oder Missbrauch – sei sie physischer, psychischer, sexueller, wirtschaftlicher oder die Freiheit beeinträchtigender Art.
Senioren haben außerdem Anspruch auf Informationen über ihre Gesundheit, auf Zugang zu Medikamenten bei wirtschaftlicher Bedürftigkeit sowie auf eine angemessene und diskriminierungsfrei zugängliche Wohnsituation. Das Gesetz gilt für alle öffentlichen und privaten Einrichtungen, die ältere Menschen betreuen oder unterstützen, ebenso wie für Organisationen der sozialen Solidarität.
Mit dem neuen Statut will Portugal nicht nur die Lebensqualität älterer Menschen verbessern, sondern auch ein modernes rechtliches Rahmenwerk für Pflege und Schutz schaffen, das Prävention, häusliche Unterstützung und umfassenden Schutz verbindet.

