Die portugiesische Regierung hat heute ein weiteres Maßnahmenpaket zur Entlastung des Wohnungsmarkts beschlossen. Dazu gehören steuerliche Anreize für Wohnungen zu „moderaten“ Preisen, eine Senkung der Mehrwertsteuer im Bau von 23 auf 6 % sowie neue Regeln für den Verkauf von geerbten Immobilien.
Künftig sollen ein oder zwei Erben den Verkauf einer Immobilie auch ohne Zustimmung aller Miterben anstoßen können, wenn eine Erbengemeinschaft seit mindestens zwei Jahren ungeteilt besteht. Premierminister Luís Montenegro erklärte, damit sollten Blockaden aufgelöst und mehr Wohnungen für Verkauf und Vermietung auf den Markt gebracht werden. Ziel sei es, leerstehende Immobilien zu vermeiden und das Wohnungsangebot zu erhöhen.
Teil des Pakets sind außerdem steuerliche Erleichterungen für Vermieter und Verkäufer. So soll die Besteuerung von Mieteinnahmen im Rahmen der Einkommensteuer von 25 auf 10 % sinken. Gewinne aus dem Verkauf von Wohnimmobilien sollen unter bestimmten Bedingungen steuerfrei bleiben, wenn das Geld erneut in Mietwohnungen investiert wird. Zudem wird der steuerlich absetzbare Höchstbetrag für Mieten auf bis zu € 1.000 pro Monat angehoben.
Die neuen Steuervergünstigungen gelten jedoch nur für Wohnungen mit „moderaten“ Preisen: Die monatliche Miete darf höchstens € 2.300 betragen, der Verkaufspreis maximal € 660.982.
Auch das Bau- und Genehmigungsrecht wird reformiert. Mit einfacheren Verfahren und kürzeren Fristen will die Regierung den Wohnungsbau beschleunigen und die Kosten senken. Nach Regierungsangaben belaufen sich die Kosten des Maßnahmenpakets auf € 200 bis € 300 Mio. Die Regelungen sollen bis Ende 2029 gelten.

