Die zunehmende Salzwasserintrusion im Grundwasserleiter, der die Landwirtschaftsfläche zwischen Almancil und Olhão versorgt, hat ein neues Vorhaben ausgelöst: Geprüft wird, ob künftig Wasser aus der geplanten Foupana-Talsperre genutzt werden kann, um die Grundwasserreserven in dieser Zone zu ersetzen und langfristig zu regenerieren.
Macário Correia, Präsident der Vereinigung der Nutznießer des Bewässerungsplans der Ost-Algarve (ABPRSA), stellte das Projekt im März vor. In Zusammenarbeit mit der regionalen Entwicklungskommission CCDR Algarve wird derzeit ein Antrag auf EU-Fördermittel vorbereitet, der bis Mai eingereicht werden soll. Vorgesehen ist, Wasser aus dem Einzugsgebiet des Foupana bis in die Küstenzone von Loulé zu leiten.
Ausgangspunkt ist eine Analyse der Umweltagentur APA zur Qualität der Grundwasserleiter. Demnach weist die landwirtschaftliche Ebene zwischen Olhão, Faro und Almancil besonders hohe Belastungen mit Nitraten, Salz und Chloriden auf. Einige Kulturen reagieren bereits empfindlich auf die steigende Versalzung, was sich in Wachstumsproblemen und geringerer Pflanzenvitalität zeigt.
Nach Angaben von Correia ist der Grundwasserleiter im Küstenstreifen von Quarteira bis Alfandanga inzwischen so stark belastet, dass die landwirtschaftliche Nutzung ohne strukturelle Gegenmaßnahmen gefährdet ist. Neben der schlechten Wasserqualität bereitet auch der stark gesunkene Grundwasserspiegel Sorgen.
Die geplante Lösung sieht vor, künftig hochwertigeres Wasser aus den Bergregionen über den Foupana in die landwirtschaftliche Ebene zu leiten. Ziel ist nicht die Ausweitung der Bewässerung, sondern der Ersatz einer zunehmend ungeeigneten Wasserquelle.
Die Debatte ist Teil einer breiteren Diskussion über die Wasserressourcen in der Algarve. Rui Virgínia, Vizepräsident der Landwirtschaftsföderation FEDAGRI, warnte vor der starken Abhängigkeit vom Grundwasserleiter Querença-Silves, dem größten unterirdischen Wasserspeicher der Region, der weiterhin unter Druck durch Trockenperioden und geringe Neubildung steht. Nach Angaben des Verbands hängen rund zwei Drittel der wirtschaftlichen Wertschöpfung in der Algarve indirekt von diesem Reservoir ab.

