Ein Jahr nach Einführung des Verhaltenskodex, der Nacktheit außerhalb der Strände verbietet und Bußgelder für unangemessenes Verhalten von Touristen vorsieht, zieht die Stadtverwaltung von Albufeira eine erste Bilanz. Bürgermeister Rui Cristina stellt fest, dass in diesem Sommer weniger Vorfälle registriert, wurden als im Vorjahr, räumt aber ein, dass die Regeln überarbeitet und die Kontrollen verstärkt werden müssten.
Die Kommunalpolizei sei mit bislang neun Einsatzkräften unterbesetzt, weitere fünf bis sechs Beamte seien bis Jahresende geplant, so der Bürgermeister. Bußgelder seien bereits verhängt worden, eine genaue Zahl konnte er jedoch nicht nennen. Parallel laufe eine rechtliche Prüfung des Kodex, um noch in diesem Sommer „einige Ecken und Kanten zu glätten“.
Kritik kommt von der lokalen Handelsvereinigung ACALB. Sie hatte die Einführung der Regelung bereits vor einem Jahr als „unangemessen“ und „übermäßig strafend“ bezeichnet und bemängelt nun erneut das Fehlen einer Kosten-Nutzen-Analyse sowie zu vage Formulierungen etwa zu Kleidungsvorschriften und Lärmbelästigung. Die Regeln seien „invasiv“ und gefährdeten das Image des Tourismusortes.
Die ACALB fordert eine „dringende“ Überprüfung der Maßnahmen, darunter auch die nächtlichen Lärmgrenzwerte, die in der Praxis nicht einhaltbar seien. „Die Lösung für Probleme kann nicht per Dekret erfolgen“, so der Verband. Man brauche mehr Augenmaß und dürfe nicht die Ausnahme zur Regel machen.

