Die Hitzewellen dieses Sommers haben in Portugal bislang zu nahezu 700 Todesfällen mehr geführt als statistisch für diesen Zeitraum zu erwarten gewesen wäre. Das geht aus aktuellen Daten des Nationalen Gesundheitsinstituts Ricardo Jorge (INSA) hervor. Demnach wurden bis Ende Juli drei Phasen mit erhöhter Sterblichkeit registriert. Zwei davon fielen mit Perioden außergewöhnlich hoher Temperaturen zusammen. Besonders betroffen waren Menschen über 75 Jahre sowie Personen mit mehreren Vorerkrankungen. Allein zwischen dem 2. und 8. Juli verzeichnete Portugal mehr als 550 zusätzliche Todesfälle. Das entspricht einem Anstieg von fast 30 % gegenüber dem erwarteten Wert für diesen Zeitraum. Gesundheitsexperten sehen darin einen deutlichen Zusammenhang mit den anhaltenden Hitzewellen. Angesichts der Entwicklung fordern Fachleute bessere Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen. Die Nationale Vereinigung der Ärzte für öffentliche Gesundheit weist darauf hin, dass viele ältere Menschen in Wohnungen leben, die sich während längerer Hitzeperioden kaum abkühlen lassen. Sie spricht sich deshalb für mehr Unterstützung beim Einbau von Klimaanlagen sowie für eine bessere Wärmedämmung von Wohngebäuden aus. Mediziner betonen zudem, dass ältere Menschen während Hitzewellen möglichst täglich einige Stunden in einer kühleren Umgebung verbringen sollten. Gerade in dicht bebauten Städten bleiben die Temperaturen auch nachts oft hoch, wodurch sich Gebäude kaum abkühlen und das gesundheitliche Risiko zusätzlich steigt.
Hitzewellen fordern in Portugal bereits fast 700 Todesopfer
Von ESA RedaktionLesedauer: 2 Minuten

