Die portugiesische Umweltorganisation Zero fordert die Regierung in Lissabon auf, sich gegen die Verlängerung des Betriebs des spanischen Atomkraftwerks Almaraz bis Juni 2030 auszusprechen. Die Anlage liegt rund 100 Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt.
Zero-Vizepräsidentin Susana Fonseca kritisierte, dass die ursprünglich vereinbarte Abschaltung der beiden Reaktoren 2027 und 2028 nun verschoben werden soll. Bei einer Verlängerung würde Block I 49 Jahre und Block II fast 47 Jahre in Betrieb sein – deutlich länger als die ursprünglich vorgesehenen 40 Jahre für die eingesetzte Reaktortechnik.
Zero warnt vor steigenden Sicherheitsrisiken durch die verlängerte Betriebsdauer und fordert von der portugiesischen Regierung eine öffentliche Stellungnahme gegenüber Spanien. Zudem solle ein portugiesisch-spanischer Plan zur Sicherung der Stromversorgung entwickelt werden, der den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2035 berücksichtigt.
Auch die Interkommunale Gemeinschaft der Region Beira Baixa (CIMBB) zeigte sich besorgt. Die Gemeinden wollen das portugiesische Umweltministerium zu den Maßnahmen befragen, mit denen Lissabon gegenüber Madrid gegen die Verlängerung Stellung genommen hat. Besonders die Region Beira Baixa wäre im Falle eines schweren Unfalls von den Folgen betroffen.

