Die Algarve ist die am wenigsten erschwingliche Region Portugals, um eine Wohnung zu kaufen oder zu mieten. Zu diesem Ergebnis kommt die Ausgabe 2026 der Studie „Acessibilidade à Habitação“ von Century 21 Portugal. Demnach können Wohnkosten im Extremfall bis zu 96 % des verfügbaren Einkommens einer durchschnittlichen Familie verschlingen.
Der Erwerb einer 90-Quadratmeter-Wohnung erfordert in allen sechs untersuchten Städten – Faro, Loulé, Tavira, Albufeira, Portimão und Lagos – mehr als die Hälfte des Haushaltseinkommens. Die sogenannte Belastungsquote liegt zwischen 57 und 87 %. Auf dem Mietmarkt ist die Lage laut Studie noch dramatischer: Sämtliche Städte der Region gelten als unerschwinglich, mit Belastungen von bis zu 96 % des verfügbaren Einkommens.
Als Hauptursachen nennt die Analyse vergleichsweise niedrige Durchschnittseinkommen von rund € 1.400 sowie eine starke externe Nachfrage durch Tourismus und Zweitwohnsitze. Um eine als nachhaltig geltende Belastungsgrenze von 33 % einzuhalten, könnten sich Familien im Algarve derzeit lediglich Wohnungen zwischen 30 und 45 Quadratmetern leisten.
Besonders stark habe sich die Situation in den vergangenen drei Jahren verschärft. Seit 2022 seien die Kaufpreise um € 65.000 bis € 106.000 gestiegen, während die monatlichen Mieten um € 300 bis 570 zulegten. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Einkommen lediglich um € 170 bis 240. Century-21-CEO Ricardo Sousa warnt vor einer sozialen Krise: Der Immobilienmarkt habe sich vollständig von der wirtschaftlichen Realität der ansässigen Bevölkerung entkoppelt.

