Der großflächige Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel am 28. April ist laut einem internationalen Expertengremium auf eine Reihe plötzlicher Ausfälle in Solar- und Windkraftanlagen und den anschließenden Verlust der Synchronisierung mit dem europäischen Verbundnetz zurückzuführen.
Der im Oktober veröffentlichte Bericht von 45 Fachleuten aus zwölf Ländern stuft den Vorfall als „Ereignis der Stufe 3“ ein – die höchste Kategorie nach EU-Regeln – und bezeichnet ihn als den schwerwiegendsten Stromausfall in Europa seit mehr als 20 Jahren. Millionen Menschen waren betroffen, essenzielle Dienste fielen aus.
Nach Angaben des europäischen Netzverbands ENTSO-E begann die Störung, als sich im Süden Spaniens mehrere Anlagen automatisch vom Netz trennten. Binnen Sekunden gingen über 2,5 Gigawatt Erzeugungsleistung verloren, was eine Spannungserhöhung und Kettenreaktion im gesamten iberischen Netz auslöste.
Die automatischen Schutzsysteme in Spanien und Portugal konnten die Frequenzschwankungen nicht stabilisieren; kurz darauf brachen auch die Verbindungen nach Frankreich und Marokko ab – die Halbinsel war elektrisch isoliert.
Die bisherigen Ergebnisse basieren auf Daten bis zum 22. August. Der abschließende Bericht wurde auf das erste Quartal 2026 vorgezogen und soll Empfehlungen zur Vermeidung ähnlicher Vorfälle enthalten.

