Pedro Dominguinhos, Vorsitzender der nationalen Begleitkommission des portugiesischen Wiederaufbau- und Resilienzplans (PRR), hebt hervor, dass der Arbeitskräftemangel – insbesondere der Rückgang qualifizierter Migranten – zu Verzögerungen bei PRR-Projekten führt, vor allem im Bauwesen. Etwa 130.000 Arbeiter seien derzeit nötig, alleine 80.000 im Bausektor. Er erklärt, dass weniger Migranten nach Portugal kommen und jene, die ankommen, oft nicht die nötigen Fähigkeiten für bestimmte Aufgaben mitbringen. Diese Situation beeinträchtigt die Umsetzung wichtiger Projekte.
Um dem entgegenzuwirken, hat die Regierung Maßnahmen ergriffen, darunter die Beschleunigung von Visa-Verfahren und die Förderung beruflicher Qualifikationen für Migranten. Schulungen in portugiesischer Sprache und Kultur sowie technische Ausbildungen sollen die Integration fördern.
Neben dem Arbeitskräftemangel werden PRR-Projekte auch durch steigende Kosten, Umweltauflagen und bürokratische Hindernisse belastet. Ein Beispiel ist der Bau der Pisão-Talsperre, der durch Umweltauflagen verzögert wird. Die Regierung hat mit der EU über eine Anpassung des PRR verhandelt, um nicht realisierbare Projekte durch besser umsetzbare Alternativen zu ersetzen. Besonders bei sozialen Projekten wie Kindertagesstätten und Schulen werden bereits neue Vorhaben priorisiert. Diese Strategie soll sicherstellen, dass EU-Fördermittel durch die Einhaltung von Zielvorgaben vollständig genutzt werden.
Ein wichtiger Fortschritt ist die Vereinfachung der Verfahren, wie die Befreiung von Vorprüfungen durch den Rechnungshof. Diese Änderungen sollen die Umsetzung beschleunigen, da Projekte bis spätestens Juni 2025 abgeschlossen sein müssen.

