Die portugiesische Regierung hat den Beginn des Verkaufsprozesses von 49,9 % der TAP genehmigt, wobei 44,9 % in private Hände und 5 % an die Mitarbeiter gehen sollen. Diese Privatisierung behält jedoch die Mehrheit des Kapitals in staatlicher Hand, wie von den Sozialisten (PS) und der Partei Chega gefordert. Der Verkauf wird voraussichtlich innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein und überlässt lediglich das laufende Management an private Investoren, während wichtige Entscheidungen wie Routen und der Hub in Lissabon in der Verantwortung der Regierung bleiben.
Finanzminister Miranda Sarmento betonte, dass man nach einem Käufer sucht, der größer ist als die TAP und in der Lage ist, die Fluggesellschaft durch Investitionen in Routen und Flugzeuge weiterzuentwickeln. Interesse haben bereits Air France-KLM, Lufthansa und die IAG-Gruppe (Eigentümer von British Airways und Iberia) bekundet.
Die Bewertung des Unternehmenswertes, die von der Regierung angefordert wurde, ist abgeschlossen, bleibt aber aus Verhandlungsgründen geheim, so Sarmento. Er merkte jedoch an, dass Air France mit € 3 Mrd. bewertet wird, sodass es nicht möglich sein wird, die während der Pandemie von den Steuerzahlern eingeforderten € 3,2 Mrd. zurückzugewinnen, wie von Chega und PS gefordert.
Das Gesetz enthält eine Klausel, die den Abbruch des Geschäfts ohne Entschädigung für private Investoren ermöglicht. Zudem legt es fest, dass eine zweite Phase der Privatisierung folgen wird, jedoch ohne konkrete Termine zu nennen. Investoren in dieser Phase haben ein Vorkaufsrecht für die zweite Phase der Privatisierung.
Lediglich die Sozialisten halten die Entscheidung zur Reprivatisierung der TAP für „angemessen“, fordern jedoch, dass die € 3 Mrd. an die Steuerzahler zurückgegeben werden. Linksparteien sprechen von einem „Verbrechen“, während die Iniciativa Liberal den vollständigen Rückzug des Staates aus dem Unternehmen befürwortet. André Ventura betonte, dass Chega nicht gegen die Teilprivatisierung der Fluggesellschaft ist, sondern gegen einen „Deal, der zu einer Wildwest-Privatisierung führt“ und fordert daher eine Dringlichkeitsdebatte damit der Premierminister die Details des Geschäfts offenlegt.
2024 erzielte die TAP einen Gewinn von € 53,7 Mio., was einem Rückgang von 70 % gegenüber 2023 entspricht. Der Start von 2025 war der schlechteste der letzten vier Jahre, mit einem Verlust von € 108 Mio. Die Personalkosten haben sich innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt, von € 416,7 Mio. im Jahr 2022 auf € 817,1 Mio. im Jahr 2024. Das Unternehmen beschäftigt 9.058 Mitarbeiter. Im letzten Jahr flogen 16,1 Millionen Passagiere mit der TAP, was einem Anstieg von 1,6 % gegenüber 2023 entspricht. Die portugiesische Fluggesellschaft hat sich zur weltweiten Marktführerin zwischen Europa und Brasilien entwickelt, mit mehr als zwei Millionen Reisenden. 2024 führte die TAP etwa 118.000 Flüge zu 86 Zielen in 31 Ländern weltweit durch.

