Vor 207 Jahren, am 19. November 1819, öffnete in Madrid das Museo del Prado seine Türen. Nach Darstellung des portugiesischen Historikers Paulo Freitas do Amaral geht die entscheidende Initiative für das berühmte Kunstmuseum auf eine Portugiesin zurück: Maria Isabel de Bragança, Königin von Spanien und zweite Ehefrau von Fernando VII.
Maria Isabel wurde 1797 in Queluz als Tochter von König João VI. von Portugal und Carlota Joaquina geboren. 1816 heiratete sie Fernando VII. und wurde Königin von Spanien.
Ihre Leidenschaft für die Kunst führte sie zu der Idee, die Gemälde der Bourbonen-Sammlung in einer öffentlich zugänglichen Galerie zusammenzuführen. Aus diesem Vorhaben entstand das Königliche Museum für Malerei und Skulptur, das 1819 eröffnet wurde und später als Museo del Prado weltberühmt wurde.
Freitas do Amaral betont, dass die Rolle Maria Isabels in Portugal nur wenig bekannt sei. Sie starb bereits am 26. Dezember 1818 im Alter von 21 Jahren bei der Geburt ihres Kindes und erlebte die Eröffnung des Museums nicht mehr. Im Prado erinnert bis heute ein Gemälde von Bernardo López Piquer an sie. Es trägt den Titel „María Isabel de Braganza como fundadora del Museo del Prado“, also „Maria Isabel de Braganza als Gründerin des Museo del Prado“. Auch das Museum selbst führt sie in seiner Sammlung ausdrücklich als Gründerin. Damit verbindet sich eine bemerkenswerte portugiesisch-spanische Kulturgeschichte. Maria Isabel de Bragança steht für eine Zeit, in der eine junge Königin die Idee eines Museums unterstützte, das Kunst aus der königlichen Sammlung einem größeren Publikum zugänglich machen sollte. Der Prado zählt heute zu den bedeutendsten Kunstmuseen Europas. Zu seiner Sammlung gehören Werke von Velázquez, Goya, El Greco und Rubens. Die Geschichte seiner Entstehung erinnert zugleich an eine portugiesische Prinzessin und spanische Königin, deren Beitrag über die Grenzen ihrer Heimat hinausreichte.

