Vor 116 Jahren, am 5. Oktober 1910, fiel in Portugal die Monarchie. Auch in Faro wurde der politische Umbruch unmittelbar sichtbar. Nachdem König Manuel II. ins Exil geflohen und die Republik ausgerufen worden war, versammelten sich zahlreiche Menschen auf der Praça D. Francisco Gomes. Unter Hochrufen auf die Republik zog die Menge zum Governo Civil und verlangte, die republikanische rote Fahne hissen zu dürfen. Schließlich wurde sie am Arco da Vila angebracht – unter dem Jubel der Anhänger der Revolution.
Bereits am 6. Oktober übernahm der Unternehmer und überzeugte Republikaner Zacarias José Guerreiro das Amt des ersten republikanischen Gouverneurs des Distrikts Faro. Telegramme, die er in den folgenden Tagen an regionale und nationale Behörden schickte und die im Arquivo Distrital de Faro erhalten sind, dokumentieren den Aufbau der neuen Verwaltung.
Der politische Wechsel brachte tiefgreifende Veränderungen. Besonders das neue, stark laizistische Verhältnis zwischen Staat und Kirche sorgte in der Algarve für Spannungen mit der katholischen Kirche. Der 5. Oktober 1910 markierte damit auch in Faro den Übergang von der Revolution in Lissabon zu einer neuen politischen Wirklichkeit vor Ort.

