Eine am Instituto Superior Técnico (IST) in Lissabon entwickelte Elektrolokomotive sorgt bereits vor ihrem ersten Einsatz auf den Schienen international für Aufmerksamkeit. Der Prototyp „Andorinha“ wurde beim IMechE Railway Challenge in Großbritannien in fünf Kategorien ausgezeichnet. Unter anderem überzeugte das Projekt bei den Wettbewerben für Innovation, Konstruktion und technische Gestaltung. Die vollständig elektrisch betriebene Lokomotive kann einen Anhänger mit bis zu 1.800 kg bewegen. Ihren Namen verdankt sie der ältesten portugiesischen Dampflokomotive.
Ausgestattet ist die „Andorinha“ mit Lithiumbatterien und Elektromotoren, die beim Bremsen Energie zurückgewinnen. Der leichte Aufbau wurde so konzipiert, dass die verwendeten Materialien am Ende der Lebensdauer des Prototyps recycelt werden können. Das Modell ist 2,7 m lang, rund 70 cm hoch und wiegt 320 kg. Alle wesentlichen Systeme sind bereits funktionsfähig. Dazu gehören die Struktur, die Fahrdynamik, die Steuerung und der Antrieb. Im Notfall sorgt ein pneumatisches Sicherheitssystem für die Bremsung. Eine primäre und sekundäre Federung verbessert die Stabilität auf den Schienen. Die Lokomotive kann zudem aus der Ferne überwacht und gesteuert werden. Ihr Zustand lässt sich in Echtzeit kontrollieren. Nach Angaben des Projektteams haben bereits Unternehmen aus der Bahnbranche Interesse daran bekundet, das Projekt zu unterstützen.
An der Entwicklung sind mehr als 30 Studierende des IST beteiligt. Die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, da alle Systeme am Ende miteinander kompatibel sein müssen.
Für 2027 haben die Studierenden bereits die nächste Teilnahme am European Railway Challenge und am IMechE Railway Challenge im Blick. Zuvor soll die „Andorinha“ im Mai beim Portugal Railway Summit präsentiert werden.

