Zwischen Popkultur, Absurdität und visueller Poesie
Bis zum 1. November zeigt die Galerie GAMA RAMA in Faro die Ausstellung „Cartilha para Desajustar o Mundo“ des luso-brasilianischen Künstlers Bisner. Die Schau versammelt eine Auswahl unveröffentlichter Arbeiten, die Collagen, Objektkunst und das Absurde auf eigenwillige Weise verbinden – mit einer rohen, grafischen Ästhetik, durchzogen von Referenzen an die Popkultur der 1980er und 90er Jahre.
Bisner, alias Alexandre Makiolke, lebt und arbeitet in Lissabon. Seit 2011 verfolgt er einen einzigartigen Weg innerhalb der urbanen Kunstszene. Seine großformatigen Kompositionen entstehen aus Alltagsmaterialien wie Verpackungen, Etiketten und Archivbildern – Elemente, die sonst oft im Müll landen, aber in seinen Händen zu kritischen und poetischen Bildwelten verschmelzen.
Die Ausstellung in Faro ist keine Antwort, sondern eine Einladung zum Innehalten und Fragenstellen: Was ist real? Was ist Erinnerung? Was lässt sich noch verändern? Statt linearer Erzählungen bietet Bisner Fragmente, visuelle Störungen und deplatzierte Figuren – als hätte man zufällig ein altes Magazin entdeckt, herausgegeben von jemandem aus der Zukunft.
Mit viel Ironie, Präzision und einem feinen Gespür für visuelle Sprache bietet „Cartilha para Desajustar o Mundo“ eine neue Perspektive auf das Alltägliche. Der Künstler lädt das Publikum ein, das Offensichtliche mit Staunen zu betrachten – und das Chaos mit Zärtlichkeit.
Bisner ist international kein Unbekannter: Seine Werke erschienen unter anderem im amerikanischen Plastik Comb Magazine und im niederländischen Kunstbuch COOLLAGE – A Closer Look Book. Zudem arbeitete er für Marken wie Coca-Cola und Delta Airlines. Mit seiner ersten Ausstellung in der Algarve bringt er nun seine bissige, bildstarke Kunst auch nach Faro – roh, ehrlich und voller kultureller Sprengkraft.

