Mit Illusionen, optischen Täuschungen und 3D-Abenteuern sorgt ein neues Museum für überraschende Momente und vielfältige Möglichkeiten, mit Kunst zu interagieren.
Seit Kurzem kann in Portimão das 3D Fun Art Museum besucht werden. Die Gründer Ralf und Lara Hein wurden in Asien von dem Konzept inspiriert und eröffneten bereits vor drei Jahren ein erstes Museum dieser Art in Funchal auf Madeira, wo sie 20 Jahre lang lebten, und vergangenes Jahr ein zweites in Lissabon. Ralf erzählt, dass er sich bewusst war, dass das Konzept eher für Großstädte geeignet ist, was der Erfolg in Lissabon bestätigt. Doch seit er vor 30 Jahren die Algarve erstmals besuchte, stand für ihn fest, dass er in die Region zurückkehren würde. „Es war unser Traum, irgendwann mal hier zu leben. Nun haben wir uns ihn erfüllt und gleichzeitig das 3D-Erlebnis in die Algarve gebracht.“
Wir schauen uns das 3D Fun Art Museum kurz nach der Eröffnung an. Schon das gelbe Eingangstor sticht hervor. Empfangen werden wir von zwei gut gelaunten jungen Frauen, die T-Shirts mit der Aufschrift „All we need is fun“ tragen. Vielversprechend!

Das innovative Museum, das einzige seiner Art in der Algarve, bietet rund 40 Szenarien, darunter 3D- und2D-Bilder, optische Täuschungen, einen Infinity-Raum und eine immersive Augmented Reality Erfahrung, in der Besucher mit Dinosauriern „interagieren“ können. Zu den Hauptattraktionen gehört auch der sogenannte Ames-Raum, in dem man entweder ganz klein oder ganz groß erscheint, sowie ein „verdrehtes“ Zimmer. Der Fokus liegt dabei auf interaktiver Unterhaltung. Die Besucher können sich in lustigen Posen fotografieren und die Fotos später mit Freunden und Familie oder auf sozialen Netzwerken teilen.
Das Besondere an Ralfs Museen ist der Bezug zum jeweiligen Standort. Er berichtet, dass für jedes Museum neue digitale Bilder erstellt werden. Während in Lissabon zum Beispiel Bilder der gelben Straßenbahnen zu sehen sind, wird in Portimão auf die Geschichte der Stadt und der Region Bezug genommen. Wer genau auf die Bilder schaut, wird das Convento do Colégio dos Jesuítas von Portimão und die Burg von Ferragudo entdecken. Auch eine traditionelle Kutsche, die früher in der Stadt dem Personenverkehr diente, ist zu sehen, oder die Insel von Faro und die Ria Formosa. Die Sardinen in der Dose sind eine Anspielung auf die ehemals wichtige Konservenindustrie der Stadt am Arade-Fluss und die cataplana auf die regionale Gastronomie.
Gleich am Eingang kann der Besucher Teil eines Bildbandes der Algarve werden, auf dessen Seiten ein Foto von Silves, von einem Storch auf einem Schornstein und von einem Strand abgebildet sind. Es folgt eine Wand mit 3D-Graffitis von den regionalen Street Art Künstlern Eric und Sen aus Olhão sowie von Isa aus Portimão. Die Bilder beziehen den Boden, teilweise sogar das Geländer mit ein. Die großen Bilder stellen beeindruckende Kulissen dar, doch erst auf dem Bildschirm des Handys zeigt sich die verblüffende Wirkung des 3D-Effektes. Durch die Schattierungen und Tiefen des Bildes verschwindet die Kante zwischen Wand und Boden und es scheint, als stehe man auf einer Brücke, die gerade in einen Abgrund fällt oder als hänge man an einem U-Boot und wird, auf der Flucht vor einem Seemonster, durch die Unterwasserwelt gezogen.
Nach den Graffitis folgt ein Raum, in dem etwa 30 Bilder aufgestellt sind. Auf dem Boden gibt es Markierungen, die angeben, von wo und in welchem Format wir fotografieren sollen, um die beste Perspektive einzufangen. Die kleinen Fotos neben den Bildern, die mögliche Körperhaltungen zeigen, sind dabei sehr hilfreich. Wir probieren alle aus, machen verschiedene Posen und Gesichtsausdrücke und spielen mit unterschiedlichen Abständen. So werden wir von einem Hai gefressen, aus einer Kanone geschossen, sind Ballerinen, reiten ein Nashorn, surfen eine große Welle oder hängen in schwindelerregender Höhe an einem Wolkenkratzer. Jedes Bild bietet neue Möglichkeiten und Spielraum für eigene Ideen. Teilweise komme ich sogar ins Schwitzen, wenn ich wie Spiderman an der Wand klettere.
Am besten gefällt uns das Zimmer, das verkehrt aufgestellt ist und der Ames-Raum. In etwa zwei Stunden probieren wir alle Räume, optischen Täuschungen und 3D-Bilder aus und haben eine Menge Spaß dabei. Wir sind jedes Mal davon fasziniert, wie geschickt sich die Perspektiven verdrehen oder unsere Wahrnehmung sich verändert und wir Teil von eindrucksvollen Szenen werden.
Lara und Ralf haben eine Welt voller Fantasie, Illusionen und 3D-Abenteuer geschaffen, die für lustige Momente mit Familie und Freunden sowie für unvergessliche Fotos sorgen, die so manch einen zum Staunen bringen werden!
Text: Jonna Hahn
In ESA 09/23

