Vor 836 Jahren, am 3. September 1189, fiel Silves nach wochenlanger Belagerung in die Hände der Truppen von König D. Sancho I. Unterstützt wurde das portugiesische Heer von Kreuzfahrern aus Nord- und Mitteleuropa, darunter Flamen, Deutsche, Engländer und Dänen, die auf dem Weg ins Heilige Land waren. Die Einnahme der damaligen maurischen Hauptstadt der Algarve gilt als eines der bedeutendsten Ereignisse der portugiesischen Reconquista.
Damals war das unter dem Namen Xelb bekannte Silves eine der wohlhabendsten Städte der Iberischen Halbinsel. Dank des bis zur Stadt schiffbaren Arade war sie ein bedeutendes Handelszentrum. Arabische Gelehrte beschrieben Xelb als blühende Metropole mit prachtvollen Gärten, ausgeklügelten Bewässerungssystemen und einer lebendigen Kultur. Noch heute zeugen die mächtigen roten Sandsteinmauern der Burg und zahlreiche archäologische Funde von dieser Epoche.
Der Sieg von D. Sancho I. erwies sich allerdings als nicht von Dauer. Bereits 1191 eroberten die Almohaden Silves zurück. Erst rund sechs Jahrzehnte später, 1249, gelang den Portugiesen unter Paio Peres Correia die endgültige Eingliederung der Stadt in das Königreich Portugal. Historiker sehen in der Eroberung von 1189 dennoch einen Wendepunkt: Sie leitete den Niedergang der einstigen maurischen Metropole ein und veränderte die politische und kulturelle Entwicklung der Algarve nachhaltig.
Bis heute erinnert die Stadt an dieses historische Datum. Der 3. September ist offizieller Tag des Município de Silves und wird jährlich mit kulturellen Veranstaltungen, Ehrungen und Konzerten begangen. Damit verbindet Silves das Gedenken an seine bewegte Geschichte mit dem Bewusstsein, dass gerade das maurische Erbe bis heute einen wesentlichen Teil der Identität der Algarve prägt.

