Portugal ist nach Kanada das Land, in dem die Angst vor Waldbränden weltweit am größten ist. Das zeigt eine neue internationale Umfrage des Instituts IPSOS im Auftrag des Forest Stewardship Council (FSC), die in 50 Ländern mit über 40.000 Teilnehmenden durchgeführt wurde. Demnach betrachten 43 % der Portugiesen Brände als größte Bedrohung für die Wälder – deutlich mehr als der europäische und globale Durchschnitt von 28 %. Nur in Kanada, wo 46 % der Befragten diese Gefahr nennen, ist die Sorge noch ausgeprägter. Auch in Chile, den USA, Spanien und Polen zählen Waldbrände zu den meistgenannten Umweltängsten.
„Diese Sensibilität spiegelt die klimatischen und geographischen Realitäten Portugals wider – und wäre wohl noch höher ausgefallen, wenn die Befragung nach den Sommerbränden stattgefunden hätte“, so Joana Faria, Geschäftsführerin des FSC Portugal. Während in Großbritannien 48 % den Verlust der Biodiversität als größte Sorge nennen, befürchten 43 % der Brasilianer die Abholzung der Wälder. In Südkorea sind 42 % besonders besorgt über den Verlust natürlicher Lebensräume.
Weltweit hat die Aufmerksamkeit für den Klimawandel hingegen deutlich abgenommen: Nur noch 31 % der Befragten sehen ihn als dringlichstes Problem – gegenüber 51 % im Jahr 2022. Im Fokus stehen stattdessen Kriege und Konflikte (52 %) sowie wirtschaftliche Unsicherheit (44 %). In Portugal sank die Sorge um das Klima von 44 auf 38 %, besonders bei jüngeren Generationen, während ältere Befragte weiterhin hohe Sensibilität zeigen.
Trotz dieser Verschiebung sehen viele Konsumenten ihre eigene Verantwortung beim Waldschutz: 72 % bevorzugen Produkte, die keine Gefahr für Tiere oder Pflanzen darstellen, und 66 % erwarten, dass Unternehmen Holz-, Papier- und Verpackungsprodukte frei von Entwaldungsrisiken anbieten.
Laut Joana Faria sei das ein „positives Signal“, das sowohl Konsumenten als auch Waldbesitzer motiviere, auf nachhaltige und sozial verantwortliche Forstwirtschaft zu setzen. In Portugal trägt bereits eine wachsende Zahl an Produkten das FSC-Siegel – von Weinlabels, Papier und Kork bis hin zu Pilzen, Nüssen, Honig und Medronho.
„Dass solche Optionen inzwischen selbst in kleinen Nischen existieren zeigt: Das Bewusstsein wächst – im Handel ebenso wie in der Gesellschaft“, betonte Faria.

