Die Stadtverwaltung von Portimão will die Nutzung geteilter E-Scooter, Fahrräder und anderer Formen der Mikromobilität künftig kommunal regeln. Der Gemeinderat beschloss am 19. August, ein entsprechendes Regelungsverfahren einzuleiten. Zunächst soll eine technische Bestandsaufnahme erfolgen, bevor konkrete Vorschriften ausgearbeitet werden.
Damit reagiert die Stadt auf eine Entwicklung, die in der Algarve bereits seit mehreren Jahren für Diskussionen sorgt. 2019 gehörten Faro und Portimão zu den ersten Städten der Region, in denen Leih-E-Scooter eingeführt wurden. Damals operierten Anbieter wie Voi und Circ weitgehend frei. Das Angebot stieß jedoch unter anderem wegen Problemen mit der Zurücklassung der Fahrzeuge und mangelnder kurzfristiger Rentabilität auf Schwierigkeiten. Noch im selben Jahr zogen sich mehrere Anbieter von der Algarve zurück.
In den vergangenen Jahren übernahmen die Gemeinden zunehmend die Kontrolle über die Nutzung des öffentlichen Raums. In Faro wurden Lizenzen für Sharing-Angebote im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen vergeben, teils exklusiv. 2025 kehrten dort mit einem offiziell zugelassenen Angebot des Anbieters Bolt wieder 350 E-Scooter auf die Straßen zurück. Ziel ist unter anderem, die sogenannte erste und letzte Meile zwischen Wohngebieten, Haltestellen und anderen Zielen abzudecken.
Auch in Portimão hat sich der Umgang mit der Mikromobilität inzwischen verschärft. Seit März dieses Jahres wird die Beschilderung in den Fußgängerzonen der Stadt und in Alvor verstärkt. Fahrräder und E-Scooter dürfen dort nicht fahren. Hintergrund sind insbesondere Sicherheits- und Zugänglichkeitsprobleme in stark frequentierten Bereichen.
Nun soll für Portimão ein umfassender kommunaler Rahmen geschaffen werden. Im Mittelpunkt stehen Fragen des Parkens, der Verkehrssicherheit und der Nutzung des öffentlichen Raums. Geprüft werden sollen unter anderem geeignete Abstell- und Verkehrsflächen sowie mögliche Konflikte mit Gehwegen und barrierefreien Wegen.
Für die Ausarbeitung der Regelung will die Stadtverwaltung verschiedene Akteure einbeziehen. Vorgesehen ist eine Abstimmung mit dem kommunalen Wasser- und Abfallunternehmen EMARP, den Sicherheitsbehörden, den Betreibern von Sharing-Angeboten, den Gemeindeverwaltungen sowie Verbänden von Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität. Auch Handel, Tourismus und weitere Interessengruppen sollen angehört werden.
Die geplante Regelung steht im Zusammenhang mit dem Nachhaltigen Stadtmobilitätsplan von Portimão für den Zeitraum 2024 bis 2034.
„Portimão muss sich nicht zwischen Innovation und Sicherheit entscheiden“, erklärte Gouveia Martins. Geteilte E-Scooter, Fahrräder und andere Verkehrsmittel der Mikromobilität könnten für kurze innerstädtische Wege nützlich sein, müssten aber die Sicherheit von Fußgängern, die Barrierefreiheit und den öffentlichen Raum berücksichtigen.
Der Stadtrat verwies dabei auch auf die Bedeutung scheinbar kleiner Behinderungen im öffentlichen Raum. Ein falsch abgestellter E-Scooter könne für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Blinde, ältere Menschen oder Familien mit Kinderwagen zu einem ernsthaften Hindernis werden.
Mit dem Beschluss vom 19. August beginnt zunächst das Verfahren zur Erarbeitung der kommunalen Vorschriften. Konkrete Regeln für die Betreiber und Nutzer der Sharing-Angebote sollen erst im weiteren Verlauf festgelegt werden.

