Portugal steht vor einer wachsenden Herausforderung bei der Sicherheit an seinen Küsten. Die Portugiesische Föderation der Rettungsschwimmer (FEPONS) fordert eine grundlegende Reform des bisherigen Systems und plädiert für eine Ausweitung der Strandüberwachung über die offizielle Badesaison hinaus. „Jedes Jahr fehlen Rettungsschwimmer“, erklärte FEPONS-Präsident Alexandre Tadeia. Besonders zu Beginn der Sommersaison sei der Personalmangel deutlich spürbar. Um die vorgeschriebenen Sicherheitsstandards einzuhalten, müssten viele Rettungsschwimmer regelmäßig 56 bis 60 Stunden pro Woche arbeiten. Nach Angaben der Föderation gibt es in Portugal derzeit rund 5.000 zertifizierte Rettungsschwimmer. Für eine flächendeckende und arbeitsrechtlich vertretbare Versorgung wären jedoch etwa 6.000 Fachkräfte erforderlich. Zudem entscheide sich längst nicht jeder Zertifizierte tatsächlich für eine Tätigkeit an den Stränden.
Die Diskussion gewinnt vor dem Hintergrund der Unfallstatistik an Bedeutung. Laut FEPONS ereignen sich die meisten tödlichen Badeunfälle außerhalb bewachter Strandbereiche. Gleichzeitig verweist die Organisation darauf, dass die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken an überwachten Stränden vergleichsweise niedrig sei. Dennoch konzentriere sich die staatliche Absicherung bislang vor allem auf die Sommermonate. Tadeia fordert deshalb ein Umdenken. Die portugiesischen Küsten würden das gesamte Jahr über von Spaziergängern, Surfern, Anglern und Badegästen genutzt. Viele Unfälle ereigneten sich außerhalb der offiziellen Badesaison, wenn keine Rettungsschwimmer im Einsatz seien.
Zugleich appelliert die Föderation an Besucher, ausschließlich bewachte Badezonen zu nutzen und die Strandbeflaggung zu beachten. Vielen Strandgästen sei nicht bewusst, dass die Überwachung in der Regel nur für klar abgegrenzte Badebereiche gilt – große Teile der Küste bleiben unbewacht.

