Mit dem landesweiten Start des Pfandsystems (Sistema de Depósito e Reembolso, SDR) sieht die Umweltorganisation Zero zwar einen wichtigen Fortschritt, bemängelt jedoch wesentliche Defizite. Insbesondere der Ausschluss von Glasverpackungen wird als strategischer Fehler gewertet.
Das System, das seit heute in Portugal gilt, umfasst Getränkebehälter aus Kunststoff und Metall bis zu einem Volumen von drei Litern. Ziel ist es, die Rücklaufquote zu erhöhen und Umweltverschmutzung zu reduzieren. Nach Einschätzung von Zero ist das Instrument in diesem Bereich wirksam und könnte eine Sammelquote von rund 90 % erreichen.
Kritik richtet sich jedoch gegen die politische Entscheidung, Glas nicht einzubeziehen. Laut der stellvertretenden Vorsitzenden Susana Fonseca war dies ursprünglich gesetzlich vorgesehen. Die nachträgliche Änderung habe dazu geführt, dass Portugal weiterhin Schwierigkeiten haben werde, die Recyclingziele für Glas zu erfüllen. Dabei handele es sich um ein vollständig recycelbares Material, dessen Rohstoffe zudem importiert werden müssten.
Darüber hinaus bemängelt die Organisation, dass das System ausschließlich auf Einwegverpackungen ausgerichtet ist. Angesichts bestehender Vorgaben zur Wiederverwendung sei dies eine verpasste Chance. Nun müsse parallel ein weiteres System aufgebaut werden, um entsprechende Ziele zu erreichen.
Insgesamt bewertet Zero das SDR als wirksam, jedoch unvollständig und fordert eine Weiterentwicklung mit stärkerem Fokus auf Glasrecycling und Wiederverwendung.
(Aktualisierung 14.36 Uhr) Mittlerweile räumte die Umweltministerin ein, Glas in das Pfand- und Rücknahmesystem einzubeziehen, erklärte jedoch, dass zunächst die wirtschaftlichen Vorteile gegenüber dem aktuellen Glascontainer-System geprüft werden müssten.

