Die Bezirke Cascais, Mafra und Sintra (bei Lissabon) haben den nächsten Schritt für die Einrichtung eines Meeresschutzgebiets von gemeinschaftlichem Interesse (Área Marinha Protegida de Interesse Comunitário, AMPIC) eingeleitet. Das Gebiet erstreckt sich von der Mündung des Tejo-Flusses nordwärts bis nach Ericeira.
Wissenschaftliche Studien belegen den außerordentlichen ökologischen Wert der Zone: Sie beherbergt wichtige Fischbrutstätten, Kelpwälder, Korallengärten und Schwammfelder – Zeugnisse einer reichen und vielfältigen Biodiversität.
Noch in diesem Jahr soll ein partizipativer Prozess starten, bei dem insbesondere die lokalen Fischergemeinschaften in die Planung einbezogen werden. Das Ziel ist ambitioniert, aber ausgewogen: Der Ozeanschutz soll zur strategischen Priorität erhoben werden, ohne dabei die traditionellen Nutzungen und Gebräuche der Küstenbewohner außer Acht zu lassen.
Dieses soll das zweite Schutzgebiet dieser Art in Portugal werden. Das erste wurde 2003 in der Algarve eingerichtet (ESA berichtete). Der 156 km2 große Parque Natural Marinho Recife do Algarve – Pedra do Valado erstreckt sich von der Marina von Albufeira bis zum Leuchtturm von Alfanzina bei Carvoeiro und beherbergt über 900 Arten sowie diverse unter Schutz stehende Lebensräume, wie Gorgoniengärten, Braunalgen, Seegraswiesen und Maërl-Kalkalgenbänken. Es gilt als das artenreichste Ökosystem der Südküste.
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