Der deutsche Luftfahrtkonzern Lufthansa Group will im laufenden Privatisierungsverfahren für die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal ein Angebot vorlegen und stellt zusätzliche Investitionen in Portugal in Aussicht. Dazu gehört u. a. die mögliche Einrichtung einer Pilotenschule im Land.
Konzernchef Carsten Spohr bezeichnete TAP bei der Präsentation der Geschäftszahlen 2025 als „perfekte Ergänzung“ für die Strategie der Lufthansa. Vor allem die starke Präsenz der portugiesischen Airline auf Strecken nach Brasilien und in andere Länder Lateinamerikas passe gut zu den Expansionsplänen der Gruppe.
Im Zuge einer möglichen Beteiligung prüft Lufthansa auch neue Investitionen in Portugal. Diskutiert wird etwa die Einrichtung einer Pilotenausbildung in Zusammenarbeit mit der portugiesischen Luftwaffe. Gleichzeitig baut die Tochter Lufthansa Technik derzeit eine Industrieanlage für Wartung und Reparatur von Flugzeugkomponenten im Industriepark Lusopark in Santa Maria da Feira. Das Projekt umfasst Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro und soll bis 2027 mehr als 700 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.
Strategisch sieht der Konzern Portugal als wichtigen Standort im internationalen Luftverkehr. Ein stärkeres Engagement könnte auch die Rolle des Flughafens von Lissabon als transatlantisches Drehkreuz im Netzwerk der Lufthansa stärken.
Die portugiesische Regierung plant im Rahmen der Teilprivatisierung den Verkauf von bis zu 44,9 % der Anteile an TAP. Unverbindliche Angebote müssen bis Anfang April eingereicht werden und sollen neben dem Preis auch industrielle und strategische Konzepte enthalten.
Neben Lufthansa gelten auch die Airline-Gruppen Air France-KLM und International Airlines Group als mögliche Interessenten für eine Beteiligung an der portugiesischen Fluggesellschaft.

