Mit dem Pilotprojekt „Multibanco + Perto“ will Portugal die Versorgung ländlicher Regionen mit Bankdienstleistungen verbessern. Gestartet wurde das Programm in Tó bei Mogadouro (Distrikt Bragança) wo es bislang keine Bankfiliale oder andere Bankdienstleistungen in erreichbarer Nähe gibt; inzwischen nehmen auch mehrere Gemeinden von Mértola teil.
Kern des Projekts sind mobile SmartPOS-Terminals, über die rund 90 % der üblichen Geldautomatenfunktionen verfügbar sind. Dazu gehören Bargeldabhebungen, Rechnungszahlungen, Guthabenabfragen und das Aufladen von Mobiltelefonen. Die Geräte können bei Bedarf auch zu Menschen mit eingeschränkter Mobilität nach Hause gebracht werden.
Getragen wird das Projekt vom Wirtschaftsministerium, der portugiesischen Zentralbank, dem Zahlungsdienstleister SIBS und dem Gemeindeverband ANAFRE. Die Gemeinden betreiben die Terminals und stellen die Bargeldversorgung sicher.
Hintergrund ist die mangelnde Versorgung vieler ländlicher Regionen: Nach Angaben der Zentralbank verfügen rund 1.200 Gemeinden über keine Bank- oder Zahlungsdienstleistungen in einem Umkreis von bis zu 15 Kilometern. Besonders betroffen ist der Distrikt Bragança, wo lediglich 25 der 236 Gemeinden über entsprechende Angebote verfügen.

